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Nachrichten über Thomas a Kempis : nebst einem Anhange von meistens noch ungedruckten Urkunden
Entstehung
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53amts ganz eigene, mit einem geordneten Kirchenregimentdurchaus unvereinbare Begriffe hatte.!) Einer der berüch-tigsten Kämpfe, den Groot zu bestehen hatte, ist wohl der,in welchem er mit einem gewissen Bruder Bartholomäus,aus dem Eremitenorden des h. Augustinus, Prediger inCampen, sich einließ. Dieser Mann, der sich zu einerultra=spiritualistischen Mystik bekannte, sonst aber der Ge-selligkeit und den Lebensfreuden nicht abhold war, also sichin einer der des Groot ganz entgegengesetzten Richtung hielt,dies aber wenigstens vor ihm voraus hatte, daß er dasChristenthum mehr praktisch auffaßte, stand bei den Bürgernder reichen und mächtigen Seestadt in hoher Gunst und An-sehn. Groot hatte in seinen Vorträgen Ketzerisches gemerkt,und nachdem er den Pfarrer gegen ihn, fruchtlos wie esscheint, gewarnt, verklagte er ihn beim Bischof zu Utrecht.Obgleich die Stadtobern zu Campen sich ihres beliebtenPredigers annehmen, konnten ſie ihn, nachdem er ſchuldig be-funden, von der Strafe nicht retten. Er sollte auf seinembraunen Ordenskleid vorne und hinten das aufgenähete Bildeiner Scheere von hellfarbigem Tuch tragen. Dies erbitterteseine stolzen Gönner, indem sie es als eine ihnen angethaneBeschimpfung betrachteten und sie nahmen dafür an ihremSchullehrer Gerard Keincamp, der zu Groots eifrigsten An-hängern gehörte, eine unedle Rache. Er mußte auf zehnJahre die Stadt räumen.?)Wenn die klugen Mönche die Uebertriebenheiten Groot'snicht billigen, gilt dieser gleich als ein Opfer des Aber-glaubens. Wenn ein armer Klosterbruder das Unglück hat,weil ihm etwas Menschliches begegnete, dem überstrengenund übereifrigen Groot zu mißfallen, dann ist dieser derKämpfer der Freisinnigkeit! Wahrlich: ein Geschichtsforscherhat gegen Niemand mehr Ursache mißtrauisch zu sein, alsgen Männer seines Fachs.1) S. Chron. wind. II. C. 49. S. 611 und Groot's Brief anden Bischof von Utrecht. vit. ger. §. 22. Vgl. chr. Agn. contS. 149. Er schrieb ein eigenes Werk: de cura pastorali non acci-pienda. Wind. Chr. S. 421.2) chr. wind. C. V. S. 515. ff.*) Gegen einen Mann, der als Mensch und Gelehrter alle Achtungverdient, dessen persönliche Bekanntschaft gemacht zu haben wir uns zur