32In die Jugendzeit des Thomas a Kempis fällt auchdas Entstehen einer der bedeutendsten milden Stiftungenseiner Vaterstadt. Ein reicher Bürger und erzbischöflicherDienstmann Johann von Bruchhusen schenkte sein am Marktegelegenes Haus nebſt mehreren dahinter und daneben liegen-den von ihm angekauften Gebäuden zur Gründung einesHoſpitals, das er mit bedeutenden Grundſtücken und Gefäl-len begiftigte.!) Die in das Armenhaus (Gast=Haus) nichtaufgenommenen Dürftigen wurden jeden Montag in derKirche durch Almosen, die aus einer Stiftung „Montags-Spende“ genannt, herkamen, unterſtützt.?) Später kam eineFreitagsspende hinzu.Der Vater des Thomas war ein Handwerker!), der zugleich eine kleine Ackerwirthschaft betrieb.5) Welches Hand-werk er übte, darüber lassen sich nur Muthmaßungen auf-stellen. Da der Name „Hemerken“, den er führte, wedervon einem Gute, das er besaß, noch von einem Orte, woer herstammte, genommen sein kann, muß er auf das vonseinem Träger betriebene Handwerk gedeutet werden. Einrauschendes, wobei ein schwerer Hammer gebraucht wurde,z. B. das eines Schmieds oder Zimmermanns kann es nichtgewesen sein. Auch macht dies die Lage des Wohnhausesin der Nähe der Kirches) unwahrscheinlich. Beide Umständelassen darauf schließen, daß der alte Hemerken etwa ein Sil-berarbeiter oder Gürtler war. Diese bedienen sich einesHämmerchens und ihre Werkstätten findet man häufig in derNähe stark besuchter Kirchen, um den Andächtigen Gelegen-heit zu geben kleine Weihgeschenke oder sonstige GegenständeDas alte Scheffensiegel, welches vor dem Jahre 1348 gebrauchtwurde, zeigte zwei kreuzweise übereinander gelegte, das neue einen auf-recht stehenden Schlüssel. An den noch vorhandenen Scheffenbriefen, dievor 1348 ausgefertigt sind, hängen in der Regel beide Siegel und zwardas neue, mit einem Pergamentstreifen, worauf von der Veränderung desSiegels die Rede iſt.1) Urk. v. J. 1390 Nr. 41 b in der I. Abth. des städtischen Ar-chivs. Ebendas. Nr. 78 u. s. w.2) Urk. v. J. 1432 Nr. 17. I. Abth. des städt. Archivs.3) Urk. v. J. 1665 Nr. 36 ebendas.4) patre opifice im Brief des G. Pirkhamer vom Jahre 1494.5) S. Urk. 8 im Anhang.6) S. Urk. 11 im Anhang.
Druckschrift
Nachrichten über Thomas a Kempis : nebst einem Anhange von meistens noch ungedruckten Urkunden
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