31kommen; so würde er es, wo er erzählt, was er da unterAnleitung des Florentius gelernt hat, nicht verschwiegen ha-ben. Einen positiven Beweis dafür, daß Thomas a Kempisdie Schule seines Geburtsorts besucht habe, gibt die Lebens-beschreibung seines Landsmanns Gobelinus, von dem bezeugtwird, daß er in seiner Kindheit des Thomas Mitschüler war.In Beziehung auf die literariſchen Verhältniſſe ſeinerVaterſtadt iſt auch dies noch merkwürdig, daß unter dendreizehn Doctoren der Sorbonne, die auf Dreikönigen=Abend1389 die neugegründete Universität zu Köln durch die erstenVorlesungen einweihten, einer aus Kempen war. Er hießAlexander de Kempena und gehörte dem Predigerorden an.2)So viel bewußt, hat die Pest, welche in der Mitte des14. Jahrhunderts so große Verheerungen anrichtete, in Kem-pen nicht gewüthet. Nichts desto weniger wurden die Ju-den hier nicht ferner geduldet. Daß einstens eine Juden-schaft in der Stadt Kempen bestand, bezeugt noch der Nameeiner nach ihr benannten Straße (platea judaeorum in altenUrkunden, Jüstraße im gemeinen Leben). Daß sie aber ver-trieben worden sind, erhellt aus zwei darauf Bezug habendenUrkunden.3) Es scheint, daß die Juden in Kempen das ge-gen sie heranziehende Ungewitter schon frühzeitig gemerkt ha-ben; denn schon in der ersten jener Urkunden, die vom 1.Sept. 1347 iſt, iſt von der Landflüchtigkeit einiger Judendie Rede, da hingegen der Sturm in Köln erst zwei Jahrenachher gegen sie losbrach. In Kempen gab man ihnenSchuld das Scheffensiegel nachgemacht zu haben, um damitfalsche Urkunden auszufertigen.4) Zwei litten deshalb denFeuertod auf der Pesch=Wiese vor der Stadt.1) qui cum eo in patria scholas visitaverat . . vobis cumcoaevulis in coemeterio more scholarium ludentibus. Vita gobelinibei Rosw. vind. Kemp. S. 123.2) Harzheim, bibl. Colon. S. 162.3) B. und M. cod. dipl. II. S. 215.Und wolten damit falscheit bedrieven.5) Chronographus Anonymus Cap. III. im rothen Buch desLandes K. Dem Herzog von Geldern gab Ludwig der Bayer im Jahre1339 das Recht in seinen Burgen, Städten und Dörfern Juden zu hal-ten. Urk. in v. Hasselt geldersche Oudheyden. Arnhem 1806. I.5. 526. Allein schon im Jahre 1348 ging es über sie in der Stadtund Vogtei Geldern her. Ebend. S. 528 ff.
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Nachrichten über Thomas a Kempis : nebst einem Anhange von meistens noch ungedruckten Urkunden
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