30geben müsse!). Im J. 1371 war ein gewisser „Theodorusin agro clericus Rector scholarium.“2) Im folgenden Jahrefinden wir ihn als Rector des Muttergottesaltars. Von sei-nem Schullehreramt ist keine Rede mehrs). Beim Sendgerichtin Kempen 1392 erscheint ein „Henricus rector Scholariumclericus“).“ Vermuthlich war dieser der Jugendlehrer unseresThomas. Es kann aber auch sein, daß ein gewisser „JacobusWelinch magister in artibus et rector Scholarium oppidiKempensiss)“ es war, der ihn unterrichtete. Es wäre in-teressant näher auf die Einrichtung dieser Pfarr= oder Ge-meindeschulen einzugehen. Allein von ihrer innern Verfassungin damaliger Zeit wissen wir leider so wenig, als Nichts.Wollen wir aus den Stiftsschulen auf sie schließen, so warihre eigentliche Aufgabe, junge Knaben zum Chordienste zubefähigen. Latein lesen, hier und da etwas davon verstehen,etwas von Schreiben, einige Gebete und Kirchengesangmelo-dien auswendig lernen war das Hauptsächlichste, was dortgetrieben wurde. Von einem Vorbereitungsunterricht der Kin-der zur ersten h. Communion, wie wir ihn kennen, war da-mals keine Rede. Die Schullehrer gehörten in jener Zeit zuKempen wie in den benachbarten Städten zu den angesehen-sten Bürgern. Meistens hatten sie die niedern Weihen em-pfangen. Wir finden unter ihnen aber auch verheirathetes)Die Frage, ob Thomas a Kempis die Schule seinerVaterstadt besucht habe, läßt sich unbedenklich bejahen. Seinelterliches Haus lag am Kirchhofe. Sein frommes Gemüthhat ihn gewiß in seiner Kindheit schon zum Kirchendienstherangezogen. Beide Umstände sprechen dafür, daß er zu den„Scholaren“ gehörte. Ohne daß er irgend einen Unterrichtgenossen hätte, der Veranlassung gab auf seine Anlagen undseinen Beruf zu schließen, wäre sein älterer Bruder Johan-nes schwerlich auf den Gedanken gekommen, ihn nach De-venter zu berufen und dort auf die Schule zu schicken. Wäreer als ein durchaus Ungelehrter (illitteratus, idiota) hinge-1) Urk. v. J. 1353 B. und M. cod. dipl. II. S. 239.2) cod. cit. S. 275.3) cod. cit. S. 277.4) cod. cit. S. 313.In einer ungedruckten Urk. v. J. 1395 vig. omn Sanct.Urk. vom J 1426 Nr. 51 der I Abth. des städt. Archivs.
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Nachrichten über Thomas a Kempis : nebst einem Anhange von meistens noch ungedruckten Urkunden
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