24desherrn zustehendes Regal.!) Im Jahre 1372 verlieh Erz-bischof Friedrich von Saarwerden der Stadt Kempen aufJacobi und drei Tage vorher und nachher einen freienMarkt.2) Die anderen Markttage sind späteren Ursprungs.Gärten um die Stadt werden in Urkunden häufig ge-nannt. 3) Auch wurden selbst in der Nähe noch immer Grund-stücke urbar gemacht. Angesehene Bürger bewirthschaftetenauch, mit ihrem eigenen Gesinde unweit von der Stadt ge-legene Meierhöfe. Das Hauptbetrieb der Kleinbürger wardie Ackerschaft. Das Grundeigenthum war in kleine Stückezersplittert. Ein Apotheker kommt in Kempener Urkundenerst im Jahre 1480 vor, 4) ein Arzt5) einige Jahrzehendefrüher1) Das Gruthaus in Kempen lag an den Mündungen des Ackers,der Neu= und der fortgesetzten Dief=Straße zwischen dem Nonnenklosterund dem Gruthaus⸗Thurm. (Später Eigenthum der Familie de Plön-nies, nunmehr der v. Broich.) Als die Burg erbaut war, wurde der„Kessel“ dahin versetzt. Erst später kaufte die Stadt das Braurecht voneiner adeligen Familie, die damit belehnt war.2) Die Verleihung war dem Verfasser d. anfangs nur aus einerNotiz aus dem Landesarchiv zu Düsseldorf bekannt. Später ist es ihmgelungen, die Original=Urkunde (D. Brule, 1372 sabb. post Marg.virg.) im Stadtarchiv zu Kempen (I. Nr. 8) zu entdecken. Ihr In-halt ist für die Sittengeschichte merkwürdig. Es war dem Erzbischofvorgestellt worden, der Markt würde desto fleißiger besucht werden „sispecialibus treugis ac securitatibus privilegiate forent“ und deshalbbefahl er „ut omnes cum suis mercimoniis visitantes treugas etsecuritates habeant, veniendi, standi ac recedendi, absque mole-statione, illis exceptis qui nostri ac ecclesie nostre publici seudiffidati fuerint inimici, seu qui nobis subditis nostris dampna seurapinas aut incendia intulerint seu graves et criminales excessusperpetraverint, pro quibus pena corporis aut ultimo essent plec-tendi judicio u. s. w.3) S. Urk. Nr. 280 I. im städtischen Archiv zu Kempen vomJahre 1332.4) Herman in gen Dale Aptiker. Urk. Nr. 89 Abth. I. desstädtischen Archivs,5) Meister görd Artsitter. Urk. v. J. 1441 Nr. 91 daselbst.Auch Wondarzeder, Arzeder in anderen Urkunden.6) Letzterer muß bedeutende Geschäfte gemacht und ein reicher Manngeworden sein, wie die noch vorhandenen Urkunden über seine vielenGrund= und Rentkäufe und seine beträchtlichen Stiftungen beweisen. DasNichtvorhandensein einer Hebamme beklagt noch der aus Kempen gebür-tige Arnheimer Propst und Köluer Official Martin ab Uda, ein Enkelunseres Meisters Gört, in seinem Testamente vom Jahr 1503. (Nr. 41a. Ebendas.)
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Nachrichten über Thomas a Kempis : nebst einem Anhange von meistens noch ungedruckten Urkunden
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