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Nachrichten über Thomas a Kempis : nebst einem Anhange von meistens noch ungedruckten Urkunden
Entstehung
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25Es erübrigt noch ein Wort über das Kirchliche. DieAnlage der Stadt, wornach die vier Hauptstraßen nach derin der Mitte neben dem Markte liegenden Kirche führen,verräth es deutlich, daß diese letztere gleichzeitig mit jenerentstanden ist. Da der Erzbischof Siegfried von Westerburgin dem Diplom, worin er den Bürgern von Kempen Stadt-rechte ertheilt, ihnen zugleich das Zeugniß gibt, daß sie beimAusbau und der Befestigung seiner Anlage sich über ihreKräfte anstrengten;!) ist es wohl nicht denkbar, daß sie nichtauf den Bau eines entsprechenden Gotteshauses Bedacht ge-nommen hätten. Wirklich kommen in einer gleichzeitigen Ur-kunderectores operis Baumeister der Kirche von Kempenvor.?) Die damalige Kirche müssen wir uns als eine ein-schiffige von gedrückter schwerfälliger romanischer Bauart den-ken, etwa wie sie auf dem alten Gemeindesiegel abgebildetist. Dies zeigt das Bild einer Kirche von der Nordseite.Der viereckige an die Kirche angebaute Thurm hat ein nie-driges kegelförmiges Dach, das sich über dem der Kirche er-hebt. In der Höhe des Kirchendachs hat er zwei weiteFensteröffnungen, unten einen Eingang zur Kirche. DasKirchenschiff hat ebenfalls in der Mitte einen Eingang, undüber demselben vier Fenster. Mit diesem Kirchengebäudewurden im 14. Jahrhundert bedeutende Veränderungen vor-genommen, die sich sämmtlich an neue Stiftungen anzulehnenscheinen. Im Jahre 1305 entstand die Frühmeßstiftung.3Von einem dem damit begiftigten angewiesenen Altar istnoch keine Rede. Einige Jahre später erfahren wir, daßfür die Frühmesse ein eigener Altar war errichtet und ge-weiht worden.) Nun wissen wir aber, daß dieser Frühmeß-1) homines de K. quos in oppidi seu munitionis structuraquam de novo fieri mandavimus, quam plurimum invenimus fer-ventes, ultra suarum etiam virium facultatem. Dipl. I. sup. cit.an. 1294.*) Sie nämlich und der Pfarrer Gottfried, der erzbischöfliche Drost(Dapiser) Leo von Hüls, die Scheffen und noch zwei von Adel gingenmit der Abtei zu Gladbach einen Vergleich ein, wornach diese als Zehnt-heberin zum Baue und Unterhalt des Kirchenschiffs und des Dachs zwi-schen Chor und Thurm nicht mehr beizutragen hätte, als jährlich zweiMalder Roggen. Urk. v. J. 1294. B. und M. cod. dipl. I S. 382.3) Cod. dipl. cit. II. S. 63.4) Urk. v. J. 1316 cod. cit. S. 105.