17lichen wohl dieselbe, welche sie noch ist. Umgeben war derOrt mit starken Mauern, einem Walle und einem mit Wassergefüllten Graben.!) Die vier Pforten, jede bestehend auszwei hohen und feſten Thürmen, führten nach den vier Welt-gegenden. Das Ganze bildete ein unregelmäßiges Vieleck.Zwiſchen den Pforten erhoben ſich auf den Mauern ſtattlicheWartthürme?) Zu den Feſtungswerken, hinter welchen dieStadtbewohner von Kempen sicher waren, muß nicht nur dieBurg, sondern auch der acht Jahre vorher (1372) angelegtenoch vorhandene Thurm der städtischen Windmühle, nahe beidem Ellenthor gerechnet werden. Innerhalb der Ringmauernwaren bis auf die Zeiten des Erzbischofs Diethrich vonMörss) und später noch, viele Plätze noch nicht mit HäusernHierauf deutet auch die Benennung von zwei Stra-beſetzt.ßen, die beide „auf dem Acker“ (in agro) heißen.4) Sei1) Daher der urkundliche Name „Ringrave“. In Urkunden ge-schieht häufig von einem „extremum fossatum“ Meldung, eben sowiewohl seltener von einem medium fossatum (m. f. ad aquandumequos extra portam finalem in einer Urk. vom J. 1431.) Das ex-tremum fossatum ist der sogen. Seldergraben.2) Wilmius, wie schon berichtet, sah drei derselben für die an,welche Siegfried von Westerburg erbaut haben sollte. Ein späterer Chro-nograph macht ihrer vier namhaft; den zwischen der Burg und dem En-gerthor gelegenen nennt er den hohen, den zwischen der Enger= und derPeterspforte den langen Thurm. Den dritten, deſſen Ruinen unſere Zeitnoch gesehen hat, nennt er mit dem bis zu seinem völligen Verschwindenbeibehaltenen Namen „Gruthausthurm.“ Noch habe ein vierter hinterdem Nonnenkloster nahe beim Kuhthor gestanden. Sie sollen von demErzbischof Cuno von Falkenstein „auf eine Form“ erbaut worden sein.In Urkunden wird uns noch ein Thurm des Ilbert Spede namhaft ge-macht, der die Mündung der Oelstraße beherrschte und ein Cannarts=Thor,was später, vermuthlich, durch die Anlage der Burg, verschwunden ist.Conradus Cannart vendidit hermanno de broystade 4 jurn. terreextra portam dictam Cannartsport in einer ungedr. Urk. v. J. 1331.Urk. vom J. 1442.1) Eben so kommt in Besitzwechsels=Urkunden, zur Bezeichnung derGränznachbaren, der Ausdruck „gelegen zwischen den Furchen“ („tuschenvoeren, inter sulcos“) nicht nur bei außer, sondern auch bei in derStadt gelegenen Grundstücken vor.Johann Welinch vermachte in seinem Testamente vom 14. Nov.1413 dem Kloster Camp, unter andern „duas marcas, quas solvit JoannesVink oppidanus Kemp. de domo una sita inter sulcos tilmanni tervleten et derici Schütten junioris — item unam marcam quam solvitgerardus vrangh de domo sua in platea castri sita inter sulcoshenrici opperhoeven et joannis sartoris u. s. w.
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Nachrichten über Thomas a Kempis : nebst einem Anhange von meistens noch ungedruckten Urkunden
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