13 —schaft. Der fürstliche Straßenräuber behielt das Schlacht-feld und machte reiche Beute und sein Sohn Wilhelm ge-wann bald nachher die Erbschaft und die Braut seinesOheims Eduard, an dem ein Diener die seinem Ehebettangethane Schmach durch verrätherischen Meuchelmord wäh-rend des Schlachtgetümmels rächte. Die Schlacht wurdegeſchlagen den 22. Auguſt 1371.Hiernach möge man sich, so gut als es angeht, eineVorstellung davon machen, in welchem Kreise die Anschauun-gen und Erinnerungen der Eltern unseres Thomas a Kempissich bewegten und welche in der Ferne spielende Geschichtenund von Außen hergebrachte Neuigkeiten den Stoff zu ihrerUnterhaltung schufen. Um was diese sich drehete, warenwohl: auf eigenthümliche Weise zu Stande gekommene Kai-ser= und Bischofswahlen, wenig Erbauliches über den Auf-enthalt der Päpste zu Avignon, die Schicksale und Wagnisseder rheinischen Metropole, Reichthum und Verfolgung derJuden, für und wider über die Geißelbrüder und neueAndachten, gesteigerte Steuern, ausgebrochene oder befürchteteLandplagen, Plünderung von Kaufleuten auf öffentlichenStraßen, Zerstörung von Raubschlössern, in nicht allzuweiterFerne ausgefochtene Schlachten, verhängnißvolles Erlöschenbekannter Fürstengeschlechter. Doch wird dies Bild sich nichtvervollständigen, wenn wir nicht zugleich den Zustand ihresWohnorts und der nächsten Umgebung berücksichtigen.1) Chr. Col. Bl 271, Herm. corn. cit. S. 1119.
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Nachrichten über Thomas a Kempis : nebst einem Anhange von meistens noch ungedruckten Urkunden
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