unter seinem Vorgänger dem Lande geschlagenen Wundenauszuheilen, lösete manches versetzte Kammergut wieder ein,bezahlte die gemachten Landesschulden und ließ viele zerstörteSchlösser wieder aufbauen. Das Erzstift fing an, sich unterihm wieder zu erholen. Nur wurden die Klagen der Unter-thanen über die Gelderpressungen, die er sich gegen sie aus-zuüben genöthigt sah, ziemlich laut. Vor seinem Tode bestimmteer sich den Dompropst Wilhelm von Schleiden zu seinemNachfolger und stellte diesem sogar die Summe zu Händen,die nöthig schien, beim päpstlichen Hofe die Bestätigung zuerwirken. Allein dem Designirten sagte die böse Welt nach,es sei ihm das Geld lieber gewesen als das, was er damiterlangen sollte. Genug, einige Domherren, entweder mit demDompropste als ihrem künftigen Erzbischof unzufrieden, odervon ihm selbst dazu verleitet, wählten ihren Dechant Johannvon Virneburg. Papst Urban V. aber cassirte die Wahl undberief auf den erzbischöflichen Stuhl von Köln den noch jun-gen Adolf von der Mark, der bereits das Bisthum Münsterbesaß, obgleich er noch keine geistliche Weihen empfangenhatte. Sein Nachfolger in Münſter wurde Johann von Vir-neburg. Schon im ersten Jahre seiner Regierung dankteAdolf ab, und zwar zu Gunsten seines Oheims Engelbertvon der Mark, Bischofs zu Lüttich (1364)!). Dieser fandbald, daß er aus einem reichen Bischof ein armer Erzbischofgeworden war. Sich wegen ſeines hohen Alters nicht imStande fühlend?), dem Kölnischen Lande ein geeigneter Be-herrscher zu sein, ernannte er (1367) den Erzbischof vonTrier, Cuno von Falkenstein, zu seinem Coadjutors) Dieserfand vollauf Arbeit, das Land aus seiner Schuldenlast zuziehen, was ihm jedoch ziemlich gut gelang. Auch hatte er1) Im Jahre 1364 div. Apost. bestätigte Engelbert der StadtKempen ihre Gerechtsame. Dat Uode (Oedt). Urk. ist noch vorhanden.Zu den Gütern, deren lebenslänglichen Genuß Engelbert beiseiner Abdankung sich vorbeielt, gehörten auch Kempen und Oedt. Erscheint aber einen geheimen Vertrag mit seinem Vorgänger Adolph darü-ber abgeschlossen zu haben, denn nach dem Tode desselben verlangte er dieLeibzucht jener beiden Orte, vermöge ihm früher geschehener Zusage. Chr.Col. Bl. 267.3) Vgl. die Zustände der Köln. Kirche vom J. 1362—1400, S.149—164, in Binterim's pragmatische Geschichte der deutschen Concilien.VI. B.
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Nachrichten über Thomas a Kempis : nebst einem Anhange von meistens noch ungedruckten Urkunden
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