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Nachrichten über Thomas a Kempis : nebst einem Anhange von meistens noch ungedruckten Urkunden
Entstehung
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das Schicksal der Judenschaft in Kempen werden wir untenzurückkommen.Seit dem Jahre 1306 hatten die römischen Päpste ihreResidenz in Avignon genommen. Im Jahre 1377 kehrteGregor XI. nach Rom zurück; allein er starb schon nacheinigen Monaten. Nach seinem Tode bestieg der Erzbischofvon Bari, unter dem Namen Urban VI. den apostolischenStuhl. Bald darauf wählte eine ſchismatiſche Partei unterden Kardinälen einen Gegenpapst, der sich Clemens VII.nennen ließ. Dieser nahm seinen Sitz in Avignon, währendUrban in Rom blieb. Dieſem, dem letztern hingen der Kai-ser und Deutschland unter andern an, da hingegen Frankreichund andere Länder es mit Clemens hielten. So dauerte esvierzig Jahre, daß zwei behaupteten, Nachfolger des ApostelsPetrus zu ſein, einer in Rom und einer in Avignon. Eskonnte dies für die Kirchenzucht und die Religion nur nach-theilige Folgen haben!).Weil der Kölner Erzbischof Walram von Jülich (1346)Karl VI. zu Bonn zum deutschen Kaiser gekrönt hatte, ge-rieth er mit den Städten Köln und Aachen und seinemBruder Wilhelm von Jülich und den meisten Dynasten amNiederrhein, die noch immer Ludwig von Baiern als dasReichsoberhaupt anerkannten, in eine Fehde. UnsäglichesElend kam über die Länder des Erzstifts. Der Erzbischofselbst mußte nach Frankreich fliehen und starb zu Paris vorKummer (1349 den 14. August). Als sein Geschäftsführerbefand sich damals am päpstlichen Hofe zu Avignonder Kölner Domherr und Soester Propst Wilhelm von Gen-nep. Ohne die Wahl des Domkapitels abzuwarten ernannteihn Papst Clemens VI. zum Nachfolger Walrams und selbstertheilte er ihm die bischöfliche Weihe. Wilhelm suchte die1) Pontifices, sagt Spondanus, der Fortsetzer der Kirchengeschichte desBaronius ad. an. 1378, sibi invicem insidiantes ac mutuis dirarum etanathematum fulminibus tam inter se quam sequaces ferientis, nec nonet armis ferreis, etiam cum praedicatione crucis, velut in infideles pro-sequebantur. Quod unus ligabat, alius solvebat; quod unus concedebat,alius rescindebat. Fiebant ex utraque parte processus, privationes, exe-crationes, sequebantur lites, rapinae, caedes cum ingenti scandalo, mo-rum corruptiones, depressiones bonorum, exaltationes reproborum, re-rum sacrarum turpia commercia, contemptus legum, disciplinae abolitio,haereses, errorum succretio, omnis fidei pietatis ac religionis extinctio.