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Briefe über freie Religion
Entstehung
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e fän.

41Kunstwerke und Denkmäler schändeten, welche ihnen zu Gesichtkamen. Für das Laster der Zerstörungssucht, die selbst des Be-sten und Schönsten nicht schonet, hat man seit jener Zeit dasWortVandalismus angenommen. Des Vandalismus schuldigsind die Atheisten, welche nicht nur den Mönchsblödsinn, sondernselbst die Wahrheit bekriegen; ihre entfesselte Wuth zerbricht nichtnur die thönern Götterbilder der Altäre, sie sucht sich selbst ander Gottheit zu kühlen, die verzeihn Sie den Ausdruckdas menschliche Herz zum Throne gewählet. In der Glaubens-losigkeit unserer Zeit liegt viel berechtigter Abscheu gegen pfäffi-sche Zumuthungen, aber auch viel Vandalismus, der das Kindmit dem Bade ausgießt. Man kann daher nichts besseres thun,als das Volk unausgesetzt darauf hinweisen, wie seine erleuch-tetsten und edelsten Geister, welche einerseits warnend riefen:Es ist nicht Alles gut, was eure Priester sagen.auf der andern Seite nicht unterließen, begeistert zu bekennen:Und ein Gott ist, ein heiliger Wille lebt,Wie auch der menschliche wanke;Hoch über der Zeit und dem Raume webtLebendig der höchste Gedanke.Und ob Alles in ewigem Wechsel kreis't,Es beharret im Wechsel ein ruhiger Geist.Ein Freund schlug mir einmal die Wette vor, mit zwei Wür-fel dreimal hintereinander zwölf Augen werfen zu wollen; ichwettete für das Gegentheil, weil ich dem Zufall nicht soviel zu-traute. Der erste Wurf gelang und er lag ja nicht außer derMöglichkeit. Beim zweiten Male fielen wiederum zwölf Augen,und ich mußte mir sagen, daß dasselbe passiren konnte. Als aberauch zum dritten Male zwölf Augen oben waren, da rief ich inganz bestimmtem Tone:Die Würfel sind präparirt. Undich hatte Recht.Wenn ich die Welt mit derselben Vernunft betrachte, die ichim täglichen Verkehr gelten lasse, wenn ich den stets in sich zu-rückkehrenden Kreis des buntesten Lebens in's Auge fasse, wennich erwäge, wie seit Jahrtausenden die Blumen des Frühlingsden Früchten des Sommers weichen, und der Herbst diese reift,um dann dem Winter Platz zu machen, der die Natur neue Kräftesammeln läßt, mit welchen er sie dem jungen Lenze überliefert,wie dies unterhaltende, was sage ich, göttliche Schauspiel inso einfacher Weise, durch die Neigung der Erdachse zur Ebene der