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Briefe über freie Religion
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daß dian helegungandereanstel.sonder.a niorizirer.die 6

17schen, die den heiligen Boden der Natur verließen, sprachen dasverbrecherische Wort aus:Es ist kein Gott!Fünfter Brief.Ist es in der That nothwendig, die wenigen vorgeblichenAtheisten, die Atheisten des Mundes, erst durch einen Beweis vonder Vernunftmäßigkeit unseres Gottglaubens zu überzeugen? Wirdman ihnen zeigen müssen, daß sie sich selbst nicht verstehn oderlügen, wenn sie sagen, ihr Denken erheische keine Allursachefür die Allwirkung: Welt genannt: Die Menschheit ist imübereinstimmenden Besitze der Idee von Gott, einerUeberzeugung voll Seligkeit und von weitreichendem Nutzen fürdie Gesundheit des Seelenlebens der Einzelnen, sowie für dasGedeihen des gesellschaftlichen Organismus. Die Gegner desGottglaubens weisen auf sein Zerrbild, auf den Mißbrauch hin,den man mit ihm getrieben, aber sie haben nie Speis und Trankverschmäht, weil auch diese der Völlerei und dem Laster der Trunk-sucht dienen mußten. Gott ist der Gegenstand unseres geistigenBedürfnisses, oder wie die Alten es ausgedrückt haben:DieSeele ist unruhig bis sie ruhet in Gott. Und sollte, währendall' unsern übrigen Bedürfnissen ein Objekt, das sie befriedigt,entspricht, während Freundschaftsdrang, Liebe, Hunger und Durstaußer sich das ihnen Entsprechende finden, sollte da ganz alleindas religiöse Abhängigkeitsgefühl und der durch nichts Irdischeszu befriedigende Glückseligkeitsdrang in seiner Sehnsucht getäuschtwerden, und für diese Sehnsucht kein Gott und keine Unsterb-lichkeit existiren? Nimmermehr! Gleich wie der offne Schnabeldes schreienden Vogels, der eben erst das Ei durchbrochen undnoch nie Speise gekostet hat, der beste Beweis ist, daß für denerwachten Appetit (in einer Vernunftwelt, wie die unsrige) einFutter da sein muß, gleichwie die Einrichtung unseres Augesdie Existenz des Lichtes, das Ohr den Schall mit aller Zuver-lässigkeit voraussetzen läßt, so erheischt und bestätigt die Be-schaffenheit unseres Geistes das Dasein eines Urgeistes und derEwigkeit. Es fühlt sich der Reiche leer und unerquickt, er sehnt