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Briefe über freie Religion
Entstehung
Seite
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langt hat, dann wird er sich nicht mehr ohnmächtig und zaghaftfühlen,Und glücklich, wer noch hoffen kann,Aus diesem Meer des Irrthums aufzutauchen.(Faust.)Siebenter Brief.Viele Naturspekulanten wollen keinen Unterschied zwischenbelebter und unbelebter Natur machen, obgleich derselbe in derWissenschaft noch festgehalten wird, wo man von organischen undunorganischen Gebilden redet. Unter Ersteren begreift man dieProdukte des pflanzlichen und thierischen Stoffwechsels, sowie dieBestandtheile des Pflanzen= und Thierkörpers, insoferne einzelneProdukte und Bestandtheile nicht auch von der mineralischen Weltgebildet werden. So z. B. gehört der phosphorsaure Kalk derKnochen auch dem Reiche der Gesteine an; die Menschen undThiere hauchen während des Athmungsprozesses Kohlensäure undWasserdampf aus, wie mancherorts die Erdquellen; und die Pflan-zen geben unter Einfluß des Sonnenlichtes elementaren Sauerstoff ab, wie wir ihn in der Retorte darzustellen vermögen. (DerChemie ist es sogar geglückt, einzelne Verbindungen, die sich bisdahin nur als Resultate des thierischen Lebensprozesses repräsen-tirten, künstlich im Laboratorium darzustellen, und den fortgesetz-ten Bemühungen unserer Scheidekünstler wird es zweifelsohne ge-lingen, binnen wenig Jahren die Anzahl dieser Verbindungen be-trächtlich zu vermehren.)Wir bemerken nun, daß sich die Entwickelung der belebtenNaturwesen von derjenigen der sogenannten unbelebten dadurchunterscheidet, daß Letztere äußerlich gleichartige Stoffe ansetzen undso von außen nach innen wachsen, während Pflanzen und Thieremittelst besondern Organen verschiedenartige Gebilde in sich auf-nehmen, sie unter der Herrschaft der angenommenen Lebenskraftassimiliren d. h. Verwandtes behalten und Fremdartiges ausschei-den, also von innen nach außen wachsen. Aber sollte man nichtberechtigt sein, alles noch so modificirte Wachsen Leben zunennen? Stehn nicht auch die Gesteine unter dem Einflusse einerKraft, die ihnen Gestalt und Schönheit gibt? Ist der Krystall