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35liche Wille trägt aber den Grund seines Daseins nicht in sichselbst, er muß vielmehr in einer wandellosen Intelligenz, ineinem unendlichen Willen wurzeln. Diese ewige Gottheit, derUrgrund alles Schönen und Edlen, hat sich in der Natur einenSpiegel hingestellt, der ihre Strahlen auffängt und (wenn auchmatter) wiedergibt, — und in dem Menschengeiste ein verwandtesAuge, das ihren Abglanz bewundert.Nicht Bewunderung allein schulden wir ihm, wir sollen auchunsere Freiheit benutzen, um die Absichten seiner Liebe unteruns zu verwirklichen. Hierzu bedarf es kostspieliger Luxustempelund sonderbarer Formen nicht. Die ihn nur unter bestimmtenCeremonien anbeten wollten, bereiteten wie bei Lützen, so immer-dar, seinen Namen als Parole nehmend, Bäder ausMenschenblut, in denen die politische, religiöse und soziale Ge-sundheit der Ueberlebenden regenerirt werden sollte. „Gott mituns!“ steht noch heute auf der Säbelschnalle des Soldaten, dernach jeder Schlacht ein: „Herr=Gott, dich loben wir!“ singt; aufdem eisernen Vaterlandskreuze, womit sich der Bürger schmückt,wenn er das friedliche Geschäft mit dem entsetzlichen Kriegshand-werké vertauscht, steht eingravirt: „Für Gott u. s. w. — Alswenn er ihrer Hülfe bedürfte! Welch ein Spott! Welche Lä-sterung! Wie sie so gut für ihn fechten, — und so schlecht fürihn leben! Ach, man sollte das Wort Gottesdienst verlegen; mansollte es nicht mehr vom Schießen und Kirchengehn, sondern blosvon guten Handlungen gebrauchen. Auch dieses werden die freienreligiösen Gemeinden immerfort beantragen, trotz des feudal=con-servativen Dreigestirns: Wagener, Wantrup und Wartensleben.Neunter Brief.Das Reich des freien Geistes ist eine andere, der Sichtbar-keit gegenüberstehende, sie ergänzende Welt; in ihr haben die Ge-setze der Materie und des thierischen Lebens keine Gültigkeit mehr.Ist der Mensch in der Natur der erste Bürger, so besitzt er imReiche der Freiheit das Ehrenbürgerrecht, das ihm kein Tyrann