34lichen Könige, eine Probe von römischer Standhaftigkeit zu ge-ben, seine rechte Hand über dem nächsten Feuerbecken verkohlenläßt, ohne eine Miene zu verziehn. Ein Curtius sprengt mitRoß und Rüstung in die Flammen, um das Vaterland zu ret-ten; ein Arnold Winkelried bringt sich aus den nämlichen Mo-tiven zum Opfer. Ein Regulus kehrt in die Gefangenschaft derCarthager ungezwungen zurück und stirbt dort des schrecklichstenTodes, weil er sein Ehrenwort nicht brechen will; e pur si muove!ruft Galiläi der wuthschnaubenden Inquisition entgegen, — undin Kerker und Flammen bleibt Giordano Bruno seiner Ueberzeu-gung treu. — Und da unten auf der Straße sehe ich einen Pro-letarier wankenden Schrittes daher kommen; Staub und Schweißhaben sich über sein Gesicht gelagert, und die Züge sind unkennt.lich geworden. Er hat soeben Feierabend gemacht und das schwereTagewerk beschlossen; kaum tragen ihn die müden Glieder nachHause zu Weib und Kind. Um sich und die Seinigen kümmer-lich aber redlich zu ernähren, verrichtet er in der brennendstenSommerhitze, oder wie es kommt: in der schneidendsten Winterkälte die niederdrückendste Arbeit; die Reichthümer, welche ihn um-geben, reizen ihn nicht, daß er seine Hand nach ihnen ausstrecke.Er könnte sich ein bequemes Dasein verschaffen, wenn er schlechtwerden wollte; aber er verschmäht es, weil er einen ehrlichen Na-men und ein ehrliches Grab vorzieht. Und so darbt und duldeter fort, und wenn's hoch kommt, dann beseufzt er auch wohl daselende Schicksal, das über ihm und den Seinigen waltet, — aberer wird nicht zum Dieb, seine Hände bleiben rein.Von der Gewalt, die alle Wesen bindet,Befreit der Mensch sich, der sich überwindet.Das ist der freie Geist, so verkündet er seine Existenz. Manweiß nicht, ob man seine glorreiche Herrschaft im unvergeßlichenHelden oder im unbekannten Bettler mehr verehren soll. Ichkann nicht annehmen, daß die einsichtslose und geduldige Materieweder in einer glücklichen Combination, noch in ihrer Gesammt-heit einen intelligenten Willen hervorbringt, der sich selbsterkennt, seiner selbst bewußt ist und sich selbst Gesetze auferlegt.Was ein untheilbares „Ich“ geworden, kann nicht aus theilba-rer Materie zusammengesetzt sein; was aus mehrfachen Atomenbesteht, kann nie ein Einfaches, das ohne Atome ist, hervorbrin-gen. Der Geist, diese veränderliche Intelligenz, dieser end-
che.mI.Snd son.sumenwerkemivei