Sie kennen das Reißblei oder den Gryphit, womit wir schrei-ben und die Oefen schwärzen; hier ist ein Stückchen davon! SeineSchwere, das Resultat der an ihm wirkenden Schwerkraft, stehtgenau im Verhältniß zu seiner körperlichen Masse, d. h. zu seinerAtomenzahl. Sein Gewicht übt einen der Masse entsprechendenDruck aus, — und dabei bleibt's. Aber da ist auch eine Eichel;dieses geringfügige Quantum Stoff gibt Anlaß zu ganz andernWirkungen. An die Eichel knüpft sich eine Macht, welche Rie-senbäume für Jahrtausende zu erzeugen vermag. Welches Miß-verhältniß waltet hier ob zwischen sichtbarer Ursache und sichtba-rer Wirkung! Wenn kein einziges Atom der Eichel die Fähigkeitbesitzet, nur einem Blättchen Dasein und Leben zu geben, ist esdann vernünftig, anzunehmen, daß die Gesammtheit jener zurBaumbildung unfähigen Atome, welche die Eichel bilden, ohneWeiteres im Stande seien, Eichenhaine entstehn zu lassen? Kannder pure Stoff der Grund einer so unproportionalen Erscheinungsein, wo imposante Urwälder von einem einzigen Saamenkernihre Abstammung herleiten? Aber erhitzen Sie die Eichel nureinen Augenblick, wodurch sie kaum eine Veränderung in ihrerstofflichen Zusammensetzung erfahren, vielleicht nur etwas Wasserverlieren wird, — setzen Sie ihr dieses Wasser auch wieder zu,es ist doch vorbei mit ihrer Erzeugungsfähigkeit, — die Möglich-keit zur Hervorbringung aller folgenden Baumgenerationen ist ihrnun ein für allemal benommen. Beweisen derartige Vergleichun-gen nicht das Vorhandensein einer geheimnißvollen Potenz, dievom Stoffe wesentlich verschieden und nur mit ihm verbundenist, ohne an ihn gefesselt zu bleiben.Hier ist auch ein Stückchen Demant, genau so viel am Ge-wichte, wie der Gryphit, davon ich vorhin redete. Welch' ganzandere Kräfte müssen an ihm thätig sein, wo unsere Sinne soverschiedenartige Eindrücke empfangen? — und doch lehrt uns dieChemie, sie weist es nach mit unumstößlicher Gewißheit, daß derStoff des Demanten derselbe ist, wie der Stoff des Graphits.Der Grund, daß dergraphit nicht Demant ist, — wenn manüberhaupt das Bedürfniß hat: bei der Wirkung eine Ursache vor-auszusetzen, — kann nur eine Kraft sein, die bei der Materieanwesend, aber auch von ihr trennbar und durch eine andereKraft substituirbar ist. Wenn der Physiker darauf entgegnet: diePolymorphie isomerer Körper beruhe auf einer verschiedenartigen
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