auch von ihm keine klare Vorstellung machen können, ohne denBegriff der Materie hinzuzuziehn, die wir uns ebensowenig fürsich d. h. nicht räumlich denken können. Hieraus folgt, daßder Raum die bloße Voraussetzung unserer Idee vom Körper-lichen ist. Wer also vom unendlichen Raume redet,kann damit, weil bloßer Raum nicht existirt, nurunendliche Körper meinen. „Raum“ als Abstraktum, be-steht pur allein in unsern Gedanken und hat darin nicht mehrAnspruch auf Unendlichkeit, als jeder andere abgezogene Begriff,der bei seinem gänzlichen Mangel an allen andern Eigenschaftendurch jede Beschränkung das nackte Nichts zurückläßt, vor demdie Phantasie sich schaamhaft verhüllt. Da weder des Raumesnoch der Zeit Maaßstab in unserm Geiste liegt, so erhellt dieVerschiedenheit unserer Vorstellungen davon nur aus Vergleichun-gen, denen wir gesuchte, willkührlich oder nach Bequemlichkeit an-genommene Einheiten zu Grunde legen. Sie sehn, daß sich hierausder Begriff „Zahl“ ergibt, welcher auf der Einheit beruht. Inder Wirklichkeit existirt keine Zahl, sondern nur zahlreiche Dinge,keine Einheit, — nur einzelne Gegenstände.Glauben Sie nun, daß die Anzahl aller Dinge etwas Be-stimmtes oder etwas Unbestimmtes sei? Wenn die Zahl dersel-ben auch mit jeder Sekunde ändert, so muß sie doch in einem ge-gebenen Momente etwas Gegebenes, ein Feststehendes sein.Denn die Annahme: es existirten ganz unbestimmt viele Dinge,schließt einen Widersinn ein, und wir würden durch dieselbe dasDasein selbst in Frage stellen. Wir können die einzelnen großenund kleinen Weltkörper zu zählen beginnen: Erde, Sonne, Mond,Jupiter, Venus, Mars, Saturn u. s. w. Auf diese Weise erhal-ten wir immer eine bestimmte Zahl. Erschließen wir unsermAuge mittelst des Telescopes die fernen Himmelsräume, so wirddie Zahl zwar größer, aber sie bleibt Zahl; und addiren wirendlich zu ihr alle unsichtbaren, aber wirklich daseienden Gestirne,wieviele ihrer auch existiren mögen, das Facit wird immer einebestimmte, wenn auch noch so große Zahl sein. In der Naturder Zahl liegt zwar auch ihre stete Vergrößerungsfähigkeit durchdie Einheit, welche man ihr zusetzt; jedoch durch diese noch sohäufige Hinzufügung gelangen wir immer wieder zu einer be-stimmten Zahl, — nie zum Unendlichen. Wie nach dieser Be-trachtung der aus Einheiten von Globen zusammengesetzte Kos-
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