Spanische Stenographie. I43
den Cortes 1812, doch wird jetzt Marti's System nach den neueren Ver-besserungen dort verwendet, neben diesem hat Garrigas System große Ver-breitung gefunden, für welches eine tachygraphische Gesellschaft wirkt. InValencia besteht ein Verein mit 35, in Barcelona einer mit 106 Mitgliedern,beide gehören der Schule Garriga y Maril an.
Einer anderen Richtung gehört Marmol (182S) an, welcher das SystemPrevost's auf die spanische Sprache anwendete. Escalante y Moreno (1855)nahm viel von Marmol an, bot aber auch viel Eigenes. Cruces bildete einälteres englisches System für die spanische Sprache aus. Die buchstäb-liche Vocalbezeichnung wurde von Perez 1857, Sumbiela 1874 undAguirrezabal (1863) angewendet, dessen System zu den hervorragendstengehört.
Durch Möller-Ingram wurde das Arends'sche System, durch Neumeier1874, dann durch Prof. Krieg (1890) das Gabelsberger'sche, durch den un-ermüdlichen Dr. Michaelis das Stolze'sche System auf die spanische Spracheübertragen, keines derselben mit Erfolg. Das System DuployS wurde durchVicente Sandro del Castillo aufs Spanische übertragen, welcher 1877 inMadrid einen Verein gründete.
In Venezuela wurde die Stenographie durch Ignacio Chaquel, einenSchüler Marti's eingeführt, der anfangs nach Marti's Buche lehrte, später esin Caracas nachdrucken ließ. Blanco, Schuldirector in Caracas, veröffentlichteeinen Auszug daraus, um die Erlernung allgemeiner zu machen. Die Steno-graphen dieser Schule nehmen die Verhandlungen des Congresses auf.
In Mexico wurde die Stenographie durch Manuel Altamirano 1822eingeführt, welcher vom Congress zur Aufnahme der Verhandlungen bestelltwurde; er war ein Anhänger Marti's. Bustamante veröffentlichte 1855 einLehrbuch dieses Systems, ein anderes mit einigen Veränderungen gab derChef des Stenographenbureaus, Lozado, 1870 heraus, der auch den öffent-lichen Lehrstuhl für Stenographie in Mexico bekleidet.
In der argentinischen Republik wurde die Stenographie durchdie beiden Spanier Ramon Escobar und N. Nadal eingeführt, welche 1831zur Aufnahme der Verhandlungen der Kammer berufen wurden. Escobar,welcher 1833 auch als Lehrer auftrat, suchte Marti's System kürzer und ein-facher zu gestalten. Seine Schüler waren Juan Camana und Dr. ManuelGascon, von dem der erstere an Nadal's, der andere an seine Stelle trat.Ein Edelmann, Ramon Masini, der sich viel mit Stenographie beschäftigte,lernte Escobars Verbesserungen kennen und lehrte sie Emilio Inzäurraga undseinen beiden Söhnen. Er bildete dadurch die Stenographen für den argen-tinischen Senat aus.
In Montevideo wurde Marti's System in einem Institute gelehrt;zwei Schüler desselben wurden Stenographen der Kammer, während Masini'sSöhne die Verhandlungen des Senats aufnahmen. Später wurde Inzäurragaberufen, der aber nur ein Jahr in der Kammer arbeitete und dann nach BuenosAires ging, wo er Gascon's Nachfolger wurde.
Außer Marti's System werden in der argentinischen Kammer noch dasSystem von Garriga und von Parody angewendet und in den Collegien obli-gatorisch gelehrt, dagegen nicht das Gabelsberger'sche, welches ein ehemaligerbäurischer Landtagsstenograph, Neumeier, auf die spanische Sprache ange-wendet hat und am Coliegio novo aber nur als facultativen Lehrgegenstandvorträgt. Die Marti'schen Stenographen sprechen mit großer Geringschätzungvon der Gabelsberger'schen Stenographie, von der sie behaupten, sie sei indie Nebel der deutschen Philosophie getaucht.