9. Der Unterricht in der Erdkunde.
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: Ui»|S der Bew&sserung Ägyptens dürfen wir auch zwei wichtige Kanäle nicht un-l«.i E '. erwähnt lassen, den Mahmudie-Kanal, welcher die Stadt Alexandrien mit
dem westlichen Hauptarme des Nils verbindet, und die Wasserstrafse durch■ die Landenge von Sues, der Kanal gleiches Namens. Letzterer ist 165 km
J*M!» lang, 8 m tief und unter Benutzung von drei Seen in den Jahren 1854—1869"'lllj durch den Franzosen Lesseps gebaut worden. Nutzen des Kanals. (Zeichnenyßk t , der Gewässer.)
f. Bodenbeschaff enheit: Die Ebenen um den oberen Lauf des Nilszeigen meist anbaufähigen Boden. Die Gegend um den Mittel- und den Unter-lauf besteht mit Ausnahme einiger Oasen (bedeutendste die des Jupiter Ammon)aus sandigem Wüstenboden, soweit nicht der Nil seinen fruchtbaren Schlamm,der sich mit seiner dunkeln Farbe deutlich von dem hellgelben Wüstensandeabhebt, hat absetzen können. Das Nilthal gleicht einer langgestreckten Oase,einem Streifen Pflanzenerde, der sich durch die Wüste zieht.
g. Wärme- und Witterungsverhältnisse: Der gröTste Teil desägyptischen Reiches liegt in der heifsen Zone; der übrige reicht nur acht Gradüber dieselbe hinaus. Das ganze Land ist also dem Einflusse einer bedeu-tenden Wärme ausgesetzt. Derselbe zeigt sich indes in gar verschiedenerWeise. Da, wo das Land sich durch die Flüsse und durch die im Laufe desJahres herniederströmenden Regenmengen gut bewässert zeigt, wie auf denEbenen des Niloberlaufes, da schafft er den üppigsten Pflanzenwuchs, währender da, wo die Bewässerung eine schwache ist oder beinahe ganz fehlt, wie inden Gegenden des Mittel- und Unterlaufes, wo es fast nie regnet, das Landin eine Wüste verwandelt. — Wenn im Hochlande von Habesch der Schneeschmilzt und die Tauwasser durch den blauen Nil und den Atbara dem Meerezustürzen, wenn der weifse Nil die Wassermassen des tropischen Regens ausdem Süden heranbringt, dann tritt der Flul's über seine Ufer und über-schwemmt, geleitet durch Kanäle und Dämme, sein ganzes Thal. Drei Monatelang, vom Juli bis September, gleicht dann dieses Thal einem Meere, aufwelchem Städte und Dörfer, Palmen und Sykomorenhaine wie weifse undgrüne Tafeln schwimmen. Nach drei Monaten, wenn der Flufs in seine Uferzurückgetreten ist, prangt der Boden, durch den abgesetzten Schlamm be-fruchtet, mit üppigen Getreidefeldern. Nach der Ernte, die im April und Maieingebracht wird, gleicht das Land einer wüstenähnlichen Staubfläche, bis eswieder durch die Fluten des Nils unter Wasser gesetzt und fruchtbar ge-macht wird.
h. Erzeugnisse: Die wichtigsten Erzeugnisse Ägyptens sind auchheute noch, obgleich das Land durch die Nachläfsigkeit seiner Bewohner vielvon seiner früheren Fruchtbarkeit verloren hat, unsere Getreidearten, Reis,Mais und Baumwolle. Auch die Baumarten sind noch die alten: Dattelpalmen,Sykomoren, Tamarinden, Granaten, Akazien. — Der hervorragendste Handels-gegenstand der äquatorialen Gegenden des Landes ist das Elfenbein. Auchbildet das Einfangen und der Verkauf wilder Tiere (Elefanten, Löwen,Giraffen, Nilpferde etc.) einen nicht unbedeutenden Nahrungszweig der dor-tigen Bewohner.
i. Bewohner etc.: Das Gebiet am obern Nil wird von eingebornenNegern und von aus Habesch eingewanderten Gallas bewohnt, die früher einegrofse Zahl kleiner Staaten bildeten. Der bedeutendste Ort dieser Gegendist die 1846 gegründete Missionsstation Gondokoro, welche besonders imDezember und Januar von vielen Kaufleuten des Elfenbeinhandels wegen be-sucht wird. Weiter nördlich und in gleicher Höhe mit Habesch liegen dieLandschaften Darfur, Kordofan und Sennaar. — Das Land am mittleren Nilwird noch heute mit dem alten Namen „Nubien'' bezeichnet. Es beginnt amEinflusse des blauen Nils und wird von den Nuba, die sieh Berabra (Berber)nennen und sich durch hellere Hautfarbe von den Negern unterscheiden, be-wohnt. Als bedeutendster Ort in Nubien ist das erst in den zwanziger Jahrendieses Jahrhunderts auf der Landspitze zwischen dem weifsen und dem blauenNile angelegte Khartum zu nennen. Es ist eine ziemlich grofse Stadt (60 000Einwohner) und wichtig als Vermittlerin des mnerafrikanisrhen Handels mit