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Kurzgefasste Methodik des Volksschulunterrichtes in Dispositionen und Lehrproben
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fi. Der Unterricht in der deutschen Litteratur.

Was sagt ihr über den Reim bau des Gedichtes? (Das Stück zeigt durchwegmännliche Reime. Je zwei aufeinander folgende Zeilen reimen sich; es istalso der gepaarte Reim angewendet, und das Reimbild ist: aa, bb, cc.)

Den Dichter des besprochenen Stückes bezeichnete ich bereits. Wassagte ich? (Er sei ein Landsmann von uns gewesen.) Er heilst WilhelmMüller. Derselbe wurde am 7. Oktober 1794 zu Dessau als der Sohn einesbemittelten Handwerkers geboren und erhielt eine sorgfältige Erziehung.1812 begann er seine Studien in Berlin, die sich auf Sprachen und Geschichtebezogen- 1813 trat er als Freiwilliger in das Heer ein und machte die Be-freiungskämpfe mit. Nach dem Friedensschlüsse 1814 studierte er in Berlinweiter, machte 1817 eine Reise nach Italien und wurde 1819 als Lehrer amGymnasium und als Verwalter der herzoglichen Bibliothek nach seiner Vater-stadt Dessau berufen. Hier starb er wenige Tage nach der Rückkunft voneiner nach dem Rheine unternommenen Erholungsreise am 1. Oktober 1827.(Die Zahlen und Namen an die Tafel schreiben.) Wiederholt, was ich euchüber das Leben Wilhelm Müllers erzählt habe!

Dafs dieser Dichter über eine gewandte und fein poetische Sprache gebot,sehen wir schon aus dem betrachteten Stücke. Nennt Ausdrücke in demselben,die das bezeugen! Wir werden seine Begabung noch mehr erkennen, wennwir einige seiner übrigen Dichtungen vor unserem Auge vorüberführen.

Bei der Betrachtung des Gedichtes:Der kleine Hydriot" erwähnte ichdes griechischen Befreiungskampfes. Wann fand derselbe statt? Zu der Zeitnahm fast ganz Europa, wenn auch nur innerlich, an den Vorgängen auf derBalkanhalbinsel teil. Alles jauchzte den Griechen zu und wünschte ihrenheldenhaften Bestrebungen einen glücklichen Ausgang. Kein Wunder, dafsunser Dichter, dessen Blüte gerade in jene Zeit fiel und der selbst einstmitgerungen hatte um den Sieg gegen die Bedrücker seines Volkes, jenenKämpfen die ganze Teilnahme seines Herzens entgegenbrachte, von der erdenn auch Zeugnis ablegte in seinenGriechenliedern". Das von unsbetrachtete Stück ist eins von diesen. Noch ein anderes befindet sich inunserem Lesebuche. Es trägt die Überschrift:Alexander Ypsilanti aufMunkacs". Schlagt dasselbe auf! (Kurze Erläuterung. Aufsuchung derSchönheiten.) Ihr seht, wie Wilhelm Müller in den Griechenliedern einenkräftigen, markigen Ton anschlägt und eine gehob ene, beinahefeierliche Sprache zeigt.

Doch würden wir unsern Landsmann Müller nur unvollkommen kennen,wenn wir nur mit seinen Griechenliedern bekannt geworden wären. Schlagtauf Stück x mit der Überschrift:Wecker Wind"! (Lesen.) Welche Stellenhaben euch besonders gefallen? Ja, das sind Worte, die einem das Herz auf-gehen lassen. Dann beachtet die wiederholt auftretenden Fragen, Antworten,Ausrufe in dem Gedichte! Wozu dienen diese? (Sie machen die Schilderunglebendig.) Was schildert das Gedicht? (Das Leben in der Natur.) Mannennt es deshalb ein Naturlied. Wilhelm Müller hat deren eine ganzeReihe geschrieben. Wir wollen noch ein solches uns ansehen. Schlagt aufStück x:Die Forelle"! (Lesen.) Merkt auf die auffallende Wiederkehr der-selben Selbstlaute. Nennt ein Beispiel! (In der hellen Felsenwelle etc.") DerLaut e malt uns gewissermafsen die Reinheit des Wassers vor. Man nenntdeswegen das Bestreben der Sprache, sich in so anschaulicher Weise dembesprochenen Gegenstande anzubequemen:Lautmalerei". Sucht Beispieledafür aus diesem Gedichte! Sucht solche aus anderen Stücken! Was sagt ihrüber die Naturlieder Wilhelm Müllers? (Sie schildern lebendig undtreten in einer reinen, anschaulich malenden Sprache auf.)

Doch auch damit kennen wir unsern Dichter noch nicht ganz. Ich willeuch erinnern an das euch allen bekannte Lied:Das Wandern ist des MüllersLust." Das ist auch von ihm. Was für ein Lied ist das? (Ein Wander-lied.) Singt es! Noch ein anderes will ich euch nennen. Schlagt auf Nr. x: