EINLEITUNG ZUR REDE VOM CHERSONESOS.
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137), obwohl die wirkliche Besitzergreifung erst Ol. 106, 4. 353durch Absendong neuer Hierochen erfolgte. Ein neuer gefähr-licherer Feind war unterdes in Philippos aufgestanden. Basreifsende Umsichgreifen der makedonischen Macht in jenen Ge-genden und die Besetzung der thrakischen Küste bis nabe an dieGrenzen desChersonesos zeigte deutlich, was diesem zuletzt selbstbevorstand. Der Philokrateische Frieden Ol. 108,2. 246, welcherden Athenern den Besitz des Chersonesos garantierte, setzte vorder Hand dem weiteren Vordringen der Makedoner ein Ziel.Auch jetzt, aber verlor Philippos die einstige Erwerbung diesesPunktes nicht aus den Augen, und die Athener sandten, um aufdie dort sich vorbereitenden Eventualitäten gefafst zu sein, daihre Ansiedler, vermutlich aus Furcht vor den erwarteten An-griffen des Philippos, sich geflüchtet hatten (Äsch. 5, 72), Ol. 109,2. 343 neue Kleruchen unter Anführung des mutigen undunternehmenden Diopeithes dahin ab (§6). Alle Städte nahmendiese bereitwillig auf, nur die Kardianer, welche zu Philipposhielten, verschlossen ihnen unter Berufung auf ihre Selbständig-keit die Thore. Hierüber kam es zum Streit. Philippos, an wel-chen sich die Kardianer wandten, suchte diesen anfangs gütlichbeizulegen, indem er die Athener aufforderte, die Sache einemSchiedsgerichte zur Entscheidung vorzulegen. Die Athenergingendarauf nicht ein, und als Diopeithes Ol. 109, 2. 342 mit eineminzwischen zusammengezogenen Söldnerheere die Feindseligkeitengegen die Kardianer eröffnete, sandtePhilippos, der damalsim Inneren Thrakiens beschäftigt war, der bedrängten StadtHil 1 fe (§6. 58). Kardia hielt sich, Diopeithes aber überfiel undverwüstete dafür die makedonischen Besitzungenim Hellespontos (§ 9), und als die Makedoner zum Entsatz an-rückten, war er bereits in Sicherheit. Philippos klagte hieraufOl. 103, 3. 341 in Athen überFriedenshruch und drohtenötigenfalls Gewalt mit Gewalt zu vertreiben. Und allerdings warer gewissermafsen in seinem Rechte, da Diopeithes durch seinenEinfall in makedonisches Gebiet offenbar seine Befugnis über-schritten hatte. Nur dafs die makedonische Partei zu Athen, diehei der Beratung dieser Angelegenheit jene Beschwerde des Phi-lippos zu der ihrigen machte und gestützt darauf den Diopeithesauf alle Weise schmäbete, seine Abberufung verlangte, ja seihstbis zu dem abenteuerlichen Vorschlag sich verstieg, man müsse,um ihm und seinen Banden das Handwerk zu legen, einen an-deren Strategen mit einer anderen Macht dorthin absenden (§28),die Kleinigkeit ignorierte, dafs Philippos ähnliche Übergriffe den