EINLEITUNG
sich aller Einmischung zu enthalten und auch die gleichzeitigvon den Olynthiern angebotene Aussöhnung von der Hand zuweisen (2, 6).
Amphipolis fiel durch Verrat in Philippos’ Hand (1, 5).Weit entfernt dasselbe den Athenern herauszugeben, begann ervon diesem Sttitzpunkte aus seine Operationen gegen die grie-chischen Städte an den nördlichen Küsten des ägäischen Meeres.Zuerst nahm er Pydna weg, Ol. 105,4.357, bald darauf, nachdemer sich mit den Olynthiern verbündet, welche er durch die Abtre-tung von Anthemos köderte (6, 20), Poteidaia, das er gleich-falls an die Olynthier abtrat, später Ol. 106, 4. 353 Methone.
Die Athener machten nur geringe und vergebliche An-strengungen diese Städte zu retten (4, 35): so ward ihre Herr-schaft im Norden Griechenlands Schritt für Schritt untergraben,und auch dem wachsenden Einflüsse, den Philippos auf die grie-chischen Angelegenheiten durch seine folgenreiche Einmischungin die thessalischen und phokischen Wirren gewann, hatten siein ihrer Ohnmacht nichts entgegenzusetzen.
Den Olynthiern aber begannen unter diesen Gewaltstrei-chen, zu denen sie sich anfangs willig als Helfershelfer hergege-ben , die Augen aufzugehen über das, was ihnen zuletzt selbstbevorstand. Daher machten sie schon Ol. 107, 1. 352 Friedenmit Athen (3, 7).
Philippos rächte sich dafür durch einen Einfall in chalki-disches Gebiet (1, 13. 4, 17): doch bald nahm er die Maskewieder vor und wufste die Olynthier durch wiederholte Friedens-versicherungen (8, 59. 9,11) geraume Zeit noch hinzuhalten unddurch Parteiumtriebe in den einzelnen Bundesstädten die Bestre-bungen der Patrioten unschädlich zu machen.
Erst als das makedonische Heer im Anzug war (Ol. 107, 4.349), ermannte sich das Volk und machte sich auf das Äufserstegefafst. Hülfe war, wie damals die Sachen standen, nur vonAthen zu erwarten, und leicht gelang es mit diesem von Philipposschwer beleidigten und gereizten Staat einSchutz-undTrutz-b ü n d n i s abzuschliefsen.
Auf den ersten Hülferuf gingen 2000 Peltasten und 30Schiffe unter Chares ab. Bald nachher kam eine neue Gesandt-schaft, diesmal von den unmittelbar bedrohten chalkidischen Stä-dten: die Athener erliefsen darauf an ihren Strategen Chari-demos imHellespont den Befehl, den Bedrängten Hülfe zu brin-gen, und dieser begab sich mit 18 Schiffen, 4000 Peltasten und150 Reitern nach dem Schauplatz des Krieges. Eine dritte Ge-