EINLEITUNG ZU DEN OLYNTHISCHEN REDEN.
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Jetzt Stand Olynthos auf dem Gipfel seiner Macht; beinaheüber die ganze thrakische Halbinsel erstreckte sich seine Hege-monie und selbst das mächtige Makedonien unter seinem freilichschwachen Könige Amyntas war in Gefahr ihm zu unterliegenund wurde nur durch Spartas Dazwischenkunft gerettet. Nachlanger heftiger Gegenwehr (01.99,2.383—100,2.379) un ter-lag Olynthos den Lakedaimoniern und trat in das alteAbhängigkeitsverhältnis zurück.
Die Vernichtung der spartanischen Hegemonie durch dieSchlacht bei Leuktra 01. 102, 2. 371 machte sie frei, dochkamen die Olynthier nicht zum ruhigen Genüsse ihrer Selbstän-digkeit.
Die Besetzung von Amphipolis durch chalkidischeAnsiedler führte zum Bruche mit den Athenern, welchedamals ihre Ansprüche auf diese Besitzung mit Nachdruck geltendzu machen begannen und 01. 104, 1. 364 unter Timotheos’Anführung und mit Perdikkas von Makedonien verbündet Am-phipolis zwar vergeblich angriffen, aber die Olynthier und Chal-kideer hart bedrängten und ihnen Toro ne und Poteidaianahmen.
In ein neues Stadium, das letzte, traten die Angelegenheitenvon Olynthos mit dem Auftreten des Königs Philippos vonMakedonien, 01.105, 1.359. Dieser war beim Antritt seinerRegierung von mehreren Seilen ernstlich bedroht: auf der einendrängten ihn die aufsässigen Paioner und Illyrier, auf der an-deren sein Mitbewerber um die makedonische Königswürde Ar-gaios, der von den Alhenern mit 3000 Hopliten und einer Flotteunterstützt wurde.
Um sich den Rücken zu decken, schlofs er zunächst einBündnis mit den Athenern ab, in welchem er zu ihrenGunsten auf alle Ansprüche an Amphipolis verzichtete und ihnenzugleich in einem geheimen Artikel {το d -ρνλονμενον απόρρη-τον 2, 6) gegen Herausgabe von Pydna bei der Wiedererwerbungjener Stadt behülflich zu sein versprach.
Nach Besiegung der Paioner und Illyrier 01. 105, 3. 358wandte er sich nun gegen Amphipolis, die Amphipolitaner aberschickten Gesandte nach Athen mit dem Erbieten, den Athenernihre Stadt übergeben zu wollen, wenn diese ihnen gegen Philip-pos Hülfe leisten würden (1, 8). Die Athener waren damals hin-reichend durch den Bundesgenossenkrieg beschäftigt und Philip-pos’Versicherung, Amphipolis nicht für sich, sondern für sieerobern zu wollen (7, 27. 23, 116), bestimmte sie vollends