PROLEGOMENA.
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Man kämpfte noch einige Zeit mit wechselndem Glücke, bis nachdem Siege bei Krannon Antipater durch das Erbieten, mit jedemStaate einzeln verhandeln zu wollen, den Bund der Griechensprengte. So machte ein Staat nach dem andern seinen Sepa-ratfrieden und den Athenern blieb nichts übrig als sich zu unter-werfen. 73 ) D. überlebte die abermalige Zertrümmerung seinerschönsten Hoffnung nicht lange. Er entwich bei der Annäherungder Makedoner mit anderen Gleichgesinnten aus Athen und suchteim Tempel des Poseidon auf Kalauria bei Trözen eine Zuflucht.Dort fanden ihn die ausgesandten Schergen des Antipater in demAugenblicke, wo er an genommenem Gift seinen Geist aufgab.Er starb am 16. Pyanepsion Ol. 114, 3 (12. Octbr. 322). D. hatteseine Glanzzeit bis zur Schlacht von Chäronea oder besser bis zurEntscheidung über den goldenen Kranz. Was er später geleistet,wie er geendet, ist seiner nicht unwürdig — aber es zeigt nichtmehr jenes glänzende Feuer seiner ewigen, rühmlichen Jugend.Haben die Athener trotz des thatsächlichen Mifserfolgs seiner Po-litik dennoch ihm die Krone verliehen, so ist diese voxpopuli füralle Zeit eine vox Dei, an deren Berechtigung wir nicht rüttelnsollten. Sie ehrt den D., sie ehrt Athen, sie ehrt uns, wenn wirunsVerständnis bewahren fürjenehohen Gedanken, bei deren Ver-wirklichung er mit seiner anima magna prodigus war, wenn wirauch vielleicht nach unserem gereifteren politischen Urteil, nachunserer vorurteilsfreieren Auffassung von dem Werte einer Mon-archie, die dem D. eine Tyrannei war, und einer Demokratie, dienach D. allein von allen Verfassungen mit Isonomie und Isegoriesynonym war, nach unserer gröfseren Unparteilichkeit, mit derwir in Makedonien kein Barbarenland zu sehen pflegen, zweifelndürfen, ob er k 1 ug gehandelt habe. Als Grieche, als A t h e n e rhat er würdig gehandelt. Die von ihm erhaltenen Büsten undStatuen zeigen auch äufserlich, dafs die Nachkommen sich gernund oft ihres grofsen Landsmannes erinnerten.
In der handschriftlichen Überlieferung, so weit dieselbeden Herausgebern noch bis ins erste Viertel dieses Jahrhundertszugänglich war, teilten die Reden des Demosthenes das Schick-sal der Verderbnis mehr oder weniger mit allen übrigen Schrift-resten des Altertums. Mit der Auffindung der wertvollen, demzehnten Jahrhundert angehörenden Pariser Handschrift 2 jedoch
73) Diod. 18, 10 ff.Demosthenes I. 8. Aufl.
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