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PROLEGOMENA.
Griechenland erst, zu Pherä in Thessalien, wohin die Gesandtenin Begleitung des makedonischen Heeres gekommen waren, leis-tete er den Eid, von dem er jedoch die Phoker, für deren Ange-legenheiten er ein anderweites gütliches Abkommen in Aussichtstellte, ausschlofs. Nach Ablauf dreier Monate endlich kehrtenmit einem Entschuldigungsschreiben von Philippos’ Hand versehendie Gesandten nach Athen zurück. Hier war es, wo Äschines undPhilokrates dem leichtgläubigen Volke im Auftrag des Philipposdie willkommene Botschaft brachten, er komme nicht um diePhoker zu unterdrücken, sondern um die verhafsten Thebaner zudemütigen: Oropos werde er ihnen, den Athenern, zurückgeben,Böotien von Thebens Herrschaft erlösen, Thespiä und Platääwiederherstellen, und was der schönen Dinge mehr waren. 41 )D. durchschaute den Betrug und versuchte dem Volke die Augenzu öffnen: vergebens, er fand nur Hohn und Unglauben und seineGegner liefsen ihn kaum zu Worte kommen; vielmehr ward aufAntrag des Philokrates beschlossen den Frieden und das Bündnisauch auf die Nachkommen des Philippos auszudehnen, für denFall aber, dafs die Phoker ihre Pflicht nicht thun und den Am-phiktyonen das delphische Heiligtum nicht übergeben würden,mit Waffengewalt gegen dieselben einzuschreiten. Eine Gesandt-schaft, welche diesen Beschlufs an Philippos überbringen und dasathenische Interesse bei der bevorstehenden Entscheidung inObacht nehmen sollte, — Demosthenes lehnte die Wahl dazu sei-nerseits mit Entrüstung ab — kam nicht ans Ziel. Mittlerweilehatte, nachdem Philippos ungehindert die Thermopylen passiert,das phokische Söldnerheer auf die Nachricht von den Vorgängenin Athen kapituliert, und Phokis war ohne Schwertstreich denMakedonern erlegen. Diese unerwartete Nachricht setzte Athenin Schrecken, man machte sich auf einen Angriff gefafst und setztedie Stadt in Verteidigungszustand. Philippos begnügte sich jedochdamit, ein strenges Strafgericht über die unglücklichen Phokerzu halten und an ihrer Stelle sich in den Amphiktyonenrat auf-nehmen und zum Anordner der pythischen Spiele ernennen zulassen. Athen beschickte die kurz darauf von ihm im Herbst Ol.108, 3. 346 gefeierten Pythien aus Ingrimm nicht und Philippossah sich genötigt zur Anerkennung seiner Aufnahme in den Am-phiktyonenbund eine besondere Aufforderung dorthin ergehenzu lassen. Am liebsten hätte man gleich mit ihm gebrochen, dochwaren die Umstände, namentlich die Stimmung der übrigen grie-
41) 5, 10. 6, 29 f. 35.