PROLEGOMENA.
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des Rechtes wahrend sein Netz von Land zu Land immer weiterspann, bis er endlich die Maske abwarf und gegen die Haupt-macht, die einzige, welche er wirklich fürchtete, gegen Athen denletzten lange voraus berechneten Schlag führte, — das alles legtdie Geschichte jenes Zeitraums dar, und einen sprechenden Kom-mentar dazu geben die Reden des D. Er beschreibt nicht PhilippsThaten mit der Treue und Objektivität des Geschichtsschreibers.Sein Rericht ist gefärbt von dem Herzblut des mitten in der Be-wegung stehenden Patrioten. Dieser treulosen Politik gegenüberwar die seinige, die zunächst 21c ) wenigstens keine anderen Mittelals ehrenhafte kannte und wollte, wenn auch nicht wehrlos, dochentschieden im Nachteil, der Kampf zu ungleich.
7. Einen zweiten kaum minder gefährlichen Gegner aberfand Demosthenes in seinem Vaterlande selbst. Athen war nichtmehr was es gewesen, nicht mehr der Staat, der allen andernfreudig voranging auf der Bahn des Ruhmes, das Recht wahrteund den Bedrängten schützte: es war ein Geist der Erschlaf-fung Uber die Athener gekommen, Gleichgültigkeit an die Stelleder alten Begeisterung für das öffentliche Wohl, selbstsüchtigeIndolenz an die der alten Gesinnungstüchtigkeit getreten. DasVolk wollte geniefsen, die Hände in den Schofs legen und anderefür sich schaffen lassen. Dahin war es besonders durch die Männergekommen, welche an der Spitze der Regierung standen, ,undnicht blofs, um die Gunst der Menge zu gewinnen, derselben nachdem Munde redeten 22 ), sondern auch, um diese nach ihrem Wil-len lenken zu können, die Überschüsse der Verwaltung, welcheehedem in die Kriegskasse geflossen waren, die sogenanntenϋ-εωριχά, in Spenden an das Volk vergeudeten 23 ) und sich selbstdabei nicht schlechter standen. 24 ) Die Lähmung aller kriege-rischen Unternehmungen war die nächste Folge davon. Dazu kam,dafs jetzt, der Staat seine Bürger nicht mehr willig fand in eigenerPerson dem beschwerlichen Kriegsdienste sich zu unterziehen 25 ),sondern zu Söldnern seine Zuflucht nehmen mufste. Die Kriegs-kosten waren in Ermangelung disponibler Gelder entweder durch
21 °) Nur nach der Schlacht von Chäronea scheint die Politik des D.eine Zeitlang ins Wanken gekommen zu sein. Als gar Alexander inGriechenland erschien, scheint er vorderhand den Gedanken an Wider-stand als aussichtslos aufgegeben zu haben. Vergl. das Nähere bei Haupt:Vorgeschichte des Harpalischen Prozesses. Rhein. Museum 1879. S.377—387. 22) D. 3, 2t f. 4, 38. 51. 8, 34. 69f. 9, 2. 4. 63.
23) 1,19. 3,11. 31. 24) 3,29. 23,209. Vergl. Gilbert: Handbuch
der griech. Staats-Alterthümer S. 320. A. 25) 1, 2. 24. 2,27. 30f. 3,4f.30. 4, 23. 44. 8, 21. 21, 203.