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PROLEGOMENA.
Männer lebten, die von hohen Ideen getragen für Vaterland undsittliche Güter jedes persönliche Opfer, selbst das des Lebens,brachten.
6. Der eine dieser Gegner war Philippos von Makedonien.Ein Mann, der, wie er, nachdem er kaum in den Besitz einerbestrittenen Krone sich gesetzt, mit unscheinbaren Mitteln aus-gerüstet rechts und links die Scharen weit überlegener Feindeniederschlug, in Zeit von wenigen Jahren ein in der Auflösungbegriffenes Reich wieder aufrichtete und eine Reihe von Staatenüberwältigte, die vor nicht viel länger als hundert Jahren nochder gesamten Macht des Perserreiches siegreich widerstandenhatten, gehört jedenfalls zu den aufserordentlichen Er-scheinungen. Allein so sehr auch die Energie seines Willens,die Beharrlichkeit, mit welcher er, keine Strapazen scheuend undselbst sein Leben nicht schonend, das vorgesteckte Ziel, mitGriechenlands Hülfe sein Reich nach Asien zu erweitern, ver-folgte, sein scharfer und umfassender Blick und sein hohes Feld-herrntalent der Anerkennung würdig sind, so wenig ist doch zuverkennen, dafs diese persönlichen Vorzüge allein ihn nicht zumZiele führten. Philippos war kein Eroberer im gemeinen Sinne,der nur das Recht des Stärkeren geltend macht: die UnterjochungGriechenlands war nicht ein Werk roher Gewalt, sondern schlauerBerechnung. Philippos war zu klug um gleich von vorn hereinalles auf einen Wurf zu setzen, zu klug um nicht zu erkennen,dafs ein offener Angriff leicht zu einer Koalition der gesamtenGriechen gegen den gemeinschaftlichen Feind führen konnte, dieum ihre Existenz kämpfend vielleicht ebenso unüberwindlichgewesen wären als die zur Perserzeit. Hier also mufsten andereMittel angewendet und, um das eigene Spiel zu maskieren, vorallem die Spaltung unter den einzelnen Staaten unterhalten, ihrenationalen Antipathieen genährt und zum gemeinsamen Verderbenausgebeutet werden. Wie Philippos manövrierte, wie er sich durchVersprechungen und Freundschaftsversicherungen in das Ver-trauen der einzelnen Staaten einschlich und dieselben einschlä-ferte, wie er überall, und oft durch Bestechung, einen Anhang sicherwarb, der anfangs insgeheim, bald aber offen für sein Interessewirkte, wie er sein W T ort und seinen Eid brach, wo immer es ihmdienlich war, wie er anfangs mit kleinen Vorteilen sich begnügte,hierund da eine Stadt wie versuchsweise wegnahm und nachdrucks-losen Einspruch, falls er erfolgte, ignorierte, dann immer kühnerwerdend ganze Staaten mit Gewalt nahm oder unter dem Namen vonBundesgenossen an sein Interesse fesselte und stets einen Schein