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will, wird sich vor allem in die Mannigfaltigkeit und Differenziert-heit des modernen Kulturbewußtseins zu versenken haben, um seineBesonderheiten und seinen Reichtum immer mehr zum ausdrück-lichen Bewußtsein zu bringen. Mit dieser Arbeit hat Kant den An-fang gemacht, und wir müssen sie fortsetzen. Insofern aber durchKant dafür überhaupt erst der Boden geschaffen wurde, bleiben allewahrhaft modernen Philosophen der Kultur notwendig „Kantianer“,selbst wenn sie es nicht sein wollen. Ohne seine Ueberwindung desIntellektualismus kämen wir wissenschaftlich nicht einen Schrittweiter.
Dementsprechend sind andererseits die Intellektualisten undPanlogisten aller Richtungen die eigentlichen „Reaktionäre“. Siegehen, wie sich ihre Philosophie auch im einzelnen gestalten mag,hinter das, was Kant geleistet hat, wieder zurück. Die Intellektua-listen mit negativem Vorzeichen, zu denen die meisten Anhängereiner neuen Dialektik gehören, darf man hiervon nicht etwa aus-nehmen. Der Widerspruch bleibt ein rein theoretisches Kriterium,und dadurch, daß man in einem atheoretischen Gebiet „Wider-sprüche“ aufzeigt, hat man für die Erkenntnis seiner atheoretischenEigenart nichts geleistet. Ja man verschiebt dadurch den Schwer-punkt der Betrachtung in unzulässiger Weise. Jede Art und Abartdes Theoretizismus oder Logizismus ist von Kant endgültig wissen-schaftlich überwunden.
Eine wahrhaft universale und zugleich wissenschaftliche Ueber-windung seines Moralismus und partiellen Rationalismus stehtfreilich noch aus, aber von seiten einer neuen Dialektik ist sieauf keinen Fall zu erwarten. Das kritische oder heterothetischePrinzip, mit Hilfe dessen man das Eine und das Anderefeststellen kann, bleibt dem dialektischen oder antithetischen Prin-zip, welches das positive Andere in ein logisch Negatives in-tellektualistisch umdeutet und damit verfälscht, grundsätzlichüberlegen.