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Kant als Philosoph der modernen Kultur : ein geschichtsphilosophischer Versuch
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tung für die Folgezeit geworden. Die Weltanschauung nennen wirIntellektualismus. Das Wort ist mehrdeutig, doch brauchen wir eshier wie Kant, wenn er vonIntellektualphilosophen spricht undPlaton denvornehmsten Philosophen des Intellektuellen nennt.Die Intellektualisten lehren, wie Kant sagt, daß in den Sinnen nichtsals Schein ist und nur der Verstand das Wahre erkennt. Sie verlan-gen daher, daß die wahren Gegenstände bloß intelligibel sind.

Dieser Intellektualismus entscheidet über die Stellung der grie-chischen Philosophie zur späteren, zumal zur modernen Kultur. SeinWesen können wir jetzt erst verstehen, nachdem wir uns über dasWesen der griechischenWissenschaft klar geworden sind. Wir knüpfenzunächst nicht an den theoretischen Menschen und auch nicht an denobjektiven Gehalt der griechischenWissenschaft an, sondern an denBegriff oder den Logos als das Mittel des Erkennens, das Sokrateszum Bewußtsein brachte. Von hier aus wird sich am besten zeigen,wie es zur Weltanschauung des Intellektualismus gekommen ist, undwas sie für die Stellung des Menschen zur Kultur, wie zur Welt über-haupt bedeutet.

Schon früh herrschte bei den Griechen die Ansicht, Gleiches könnenur durch Gleiches erkannt werden. Die Leistung der Wissenschaftwar danach in dem A b b i 1 d e eines Urbildes zu suchen. Diese nurganz vereinzelt bestrittene Voraussetzung nehmen wir als ein Fak-tum hin und verstehen, daß sie auf dem Boden der sokratischen Be-griffslehre zu weitgehenden Konsequenzen führen mußte. Sieht mannämlich im Begriff ein Abbild, das dem Urbild, welches es erkennensoll, zu gleichen hat, dann bekommt die Welt, soweit sie erkennbarist, selbst einen begrifflichen oder logischen Charakter, oder mit Not-wendigkeit entspricht dem Erkenntnismittel des Intellekts ein er-kenntnismäßig oder intellektuell bestimmter Gegenstand. Darausfolgt: Logik und Ontologie sind nicht voneinander zu trennen, jaDenken und Sein fallen soweit zusammen, daß das Wesen der Weltsich nur als Gedanke denken läßt.Du gleichst dem Geist, der dichbegreift, muß der theoretische Mensch unter solcher Voraussetzungzur Welt sagen, und das wird von Bedeutung nicht allein für dieLehre vom Kosmos, sondern auch für die Auffassung vom Sinn desmenschlichen Lebens, ja es führt schließlich zu einer bestimmten Artder Religion, so daß kein Gebiet, das für die Kultur wesentlich ist,