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kannt, zu dem er als Teil gehört, und es muß ein Prinzip geben, wel-ches die Teile zu einem Ganzen verbindet.
Ja auch wir wollen doch wohl nicht für immer darauf verzichten,die verschiedenen Ganzheiten, die wir zunächst gesondert unter-suchen, schließlich als Teile eines letzten, allumfassenden Ganzen zuerkennen, so wenig wir Grund haben, anzunehmen, daß das Letzteetwas Einheitliches im Sinn der Einfachheit sein muß. Endlich: daßder rein wissenschaftliche Zusammenhang für uns wie für die erstenPhilosophen mythenfrei zu denken ist, bedarf vollends keiner aus-drücklichen Erörterung. So bleibt mit Rücksicht auf den zweitender genannten Faktoren das griechische Erkenntnisideal ebenso un-angefochten wie in bezug auf den theoretischen Menschen.
Wie aber steht es mit dem Erkenntnismittel oder mit dem B e-griff? Hier wird man vielleicht am meisten sich weigern, den altenWeg zu gehen, von dem Aristoteles als sokratische Methode berich-tet. Vielfach regt sich in der neuesten Zeit ja geradezu eine Abnei-gung gegen das begriffliche Denken, und man wünscht, es solle auchin der Wissenschaft durch die Anschauung ersetzt werden. Da-von war schon die Rede, als es galt, zu zeigen, wie fremd im GrundeKant den philosophischen Strömungen der Gegenwart ist.
Doch läßt sich leicht dartun, daß selbst in dieser Hinsicht voneinem prinzipiellen Gegensatz zur griechischen Philosophie nicht ge-redet werden darf. Gewiß gibt es sehr verschiedene Arten der wis-senschaftlichen Begriffsbildung, die in einem sehr verschiedenen Ver-hältnisse zur anschaulichen Welt stehen. Mit der generalisierendenInduktion allein kommen wir nicht aus. Die Vielheit der Methodenhängt mit der Differenzierung der modernen Forschung und der Auf-teilung des Weltganzen an eine große Zahl von Einzeldisziplinen zu-sammen. Aber das Gemeinsame in dieser Mannigfaltigkeit dürfenwir ebenfalls nicht übersehen, und dann haben wir daran festzuhal-ten : bloße Anschauung gibt für sich allein noch keine wissen-schaftliche Wahrheit. Dafür ist schon ein einziger Umstand ent-scheidend. Es bedarf stets der genauen Angabe dessen, was dieWorte sagen sollen, aus denen die Sätze der Wissenschaft bestehen,und eine solche Eindeutigkeit der Sprache läßt sich im Prinzip nichtanders als durch eine „Begrenzung“ im sokratischen Sinne er-reichen.
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