Druckschrift 
Andeutungen zur Kritik der neuesten Königlich preußischen Zoll- und Verbrauchssteuer-Gesetzgebung : nebst d. preuß. Zoll- u. Verbrauchssteuer-Tarife
Entstehung
Seite
131
Einzelbild herunterladen
 

höht die Androhung strenger Strafen das Wohlgefallen,welches aus der unentdeckt verübten Defraude entsteht.

Dieser Erfolg muß besonders eintreten, wo der Reiz,den die Strafandrohung giebt, erhöhet wird durch reichenGewinn, der aus der Gesetzesübertretung entspringt. Wiegroß dieser, beweist eine gar einfache Berechnung» Wirwählen nicht einmal die am höchsten besteuerten Gegen-stände, z. B. baumwollene oder seidene Fabrik-WaateN,weil diese nicht als allgemeines Bedürfniß anerkanntwerden möchten, und weil die AusmitteluNg des Verhält-nisses des inländischen Fabrikpreises ztt dem ausländischenzum Widerspruche führen könnte. Wir wählen den Zucker,der nach den vorhin mitgetheiltcn officiellen Berechnungeneine so bedeutende Steuereinnahme, bei richtiger Behand-lung, ergeben kann.^ Wenn der inländische DefraudantA. vom Auslande her (dieses ist ja asten Bewohnern deklinks dem Elbufer liegenden Provinzen so nahe,) fünfzigPfund Zucker, die einen mäßigen Tragpacken füllen, intVertrauen auf die Schnelligkeit seiner Füße, der Kundeder Schleichwege und vielleicht der Begünstigung derNacht, oder in Gesellschaft mehrerer handfester, gleichesGewerbe treibender, Menschen, die Nichts zu verlierenhaben, cinzüschwärzen weiß, so sind dadurch an Eingangs-zoll- und VerbrauchssteUer-GefälleN ohngefähr 4 Nthlwä Gr. defraudirt. So hohen Gewinn hat aber die zahl-reiche Klasse der Defraudanten nicht; ihr kommt davonnur ein Viertheil, ein Drittheil, höchstens die Hälfte, zllGute. Der Abnehmer der Waare will auch einen Theikdes Gewinnes haben; der Verkäufer, der so oft unsicheren