Druckschrift 
Andeutungen zur Kritik der neuesten Königlich preußischen Zoll- und Verbrauchssteuer-Gesetzgebung : nebst d. preuß. Zoll- u. Verbrauchssteuer-Tarife
Entstehung
Seite
7
Einzelbild herunterladen
 

7

große Summen durch Verbrauchs-Abgaben aufbrachten,entging der Aufmerksamkeit der Landbewohner nicht, undes hat daher schon seit zweihundert Jahren nicht an Ver-suchen gemangelt, besonders Getränk- und Schlachtsteucrnauf dem Lande einzuführen. Doch die natürliche Kon-trolle fehlte, die das Zunftsvstem und die Bauart deralten Städte von selbst darbot. Daher sind diese Ver-suche oft gemißglückt und um so leichter aufgegeben, jeunvollkommener und crtragloser sie blieben. Häufig hatman den Namen beibehalten, die Steuer aber, ganz gegenden Sinn ihres ursprünglichen Wesens, in ein Fixum ver-wandelt, welches nun in der That nur ein Grundzinsoder ein Nahrnngsgeld unter anderer Benennung ist.Die Städte haben stets versucht, sich den Alleinbetriebder Handwerke und des Handels anzueignen. Wo sichierin ihren eignen Kräften überlassen blieben, war derErfolg nur sehr unvollkommen. Die Ritterschaft, die be-güterte Geistlichkeit, die landesherrlichen Beamten aufden Domaincn wussten diejenigen Handwerker zu schützen,die sich in ihrem Gcrichtssprengcl niedcrließen; und selbstinnerhalb dem Wcichbilde fanden häufig unter dem Schutzeüberlegenen Einflusses erhebliche Ausnahmen statt. Ohn-geachtet des strengen Zunftsystcms im südlichen und west-lichen Deutschland, in Sachsen und Schlesien, wohntendort seit hundert und mehreren Jahren sehr viele Hand-werker, zünftige und unzünftige Fabrikanten auf demLande, in Flecken und Dörfern, und trieben einen erheb-lichen Verkehr.

Anders gestaltete sich die Sache in den älteren