Dies weiß jeder Mensch, der ihn gerne und auf eineunschädliche Weise genießt, und mögen die Aerztc pre-digen , wie scharf und strenge sie wollen und können:es hilft alles nichts, der Wein wird doch getrunken,und zwar mitunter mit allem Rechte. Zimm ermann *)sagt sogar von den starken Brandtwcinen: «Der mäßigeGebrauch dieser Getränke würde vielleicht eher bcilsamals schädlich seyn, wenn man nur diesen Gebrauchkennte. Aber nur wenige Menschen rasen mit Nerniinft,und sebr vielen Duftärzten geht es wie den Banch-pfaffcn, die immer wider die Unmäßigkcit predigen undauf der Kanzel immer rülpsen.«
Ein großer Theil des Menschengeschlechtes lebtnicht mehr in jenem ursprünglichen , kräftigen Natur-zustände, welchen uns die ältere Geschichte als Idealder Ges und beit von unfern Vorfahren dargcstellt hat.Es ist bekannt, wie nachthcilig für die Menschen dasZusammenwohncn in größer» Städten, die Beschäf-tigungen des Gelehrten-, Künstler - und Handwcrkö-standcs, wie schädlich die dadurch bestimmte Lebensartin Hinsicht auf Essen, Trinken, Kleidung, die dahineinschlagende Einführung mancher Produkte fremderElimale ans jene eingewirkt , und sie ihrem ehemaligenNaturbilde zum großen Theil unähnlicher gemacht, oftentartet hat. Hierdurch ist nun auch manches Mittel(namentlich ein unstetiges Heer von Arzncyen) nöthigergeworden, welches die daraus entsprossenen Unbequem-lichkeiten und Gebrechen mildert, ihnen abhilft, dieohne dasselbe ihren nachthciligen Einfluß auf den Men-schen hinfort behaupten würden.
*) v. d. Erfahrung re. B. 2. S. 315.