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Der Moselwein als Getränk und Heilmittel : nebst einem Anhange über den Weinhandel an der Mosel
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In dcn Jahren, wo das Alter anfängt, einedrückende Bürde zn werden, indem alle Körper- undScelcnkräfte abnehmcn, die Ernährung unthätiger, derKörper trockncr, saftloser, der Kreißlauf langsamerwird, Rigidität der Faser, Verstopfung der Gefäßeund Eingeweide, besonders gerne aber eine Verdcrbnißder Säfte und eine naehthcilige Verminderung der Harn-absondcrung eintritt, pflegt der mäßige Genuß einesedeln Moselweines ausnehmend wohlthätig zu werden,indem er die Kräfte auffrischt, die Verdauung und Le-benswärme unterstützt, durch kräftige Einwirkung aufdie Verstärkung der Absonderung, besonders des Harnes,jener Ausartung der Säfte entgegcnwirkt, und dadurchVieles zu einem gesünderen, glücklichen Alter beantra-gen vermag, wozu viele kräftige sicbcnzig- und achtzig-jährige Greise, welche man an der Mosel antrifft, denbesten Beweis liefern mögen. Es kann also auch vor-züglich vom Moselweine getreu, wenn vsn Lwleren *)sagt: Inprimis ssnibus proclosr inoclerstug vinl usus,chuock icleo Isc senum clicitur.

Wenn wir den aus der Erfahrung entnommenenrichtigen Grundsatz, daß der Schaden, welchen die gei-stigen Getränke auf der Welt stiften, ihren Nutzen fürdie Menschheit ungeheuer übcrwiege, hauptsächlich dem.Mißbrauche derselben zuschreiben müssen, so ist cs hin-wiederum auch gar nicht zu läugneu, daß ein Weinvon den angegebenen guten Eigenschaften, in gehöri-gem Maaße, zur schicklichen Zeit genossen, vielen Men-schen als Getränk zu einem wahren Labsal wird, undals eine herrliche Lebenswürze angesehen werden kann.

') LoinmeiN. in LoLi'IiLvii gchior. 1. I. ^>. 83.