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Vom Wein trinken des Morgens.
Der Ansicht derjenigen, welche den Wein auch desMorgens zum Frühstück oder selbst eine Stunde vordem Mittagsmahle zum Getränk empfehlen, können wirim Allgemeinen nicht beypflichlcn, und zwar aus fol-genden Gründen:
Der gesunde Mensch hat während der nächtlichenRuhe und dem Schlafe, die am vvrhergegangencu Tagedurch körperliche oder g iftige Anstrengungen cingebüß-ten Kräfte wieder gesammelt; sie sind also auch, desMorgens erneut, wiederum am lebendigsten und tb.'-tigsten, und bedürfen zu dieser Zeit keines Rc zes zurAuffrischung, weil sie im gewöhnlichen Leben und thä-tigen Treiben nicht so bald erschöpft werden. Dies be-weist sich hauptsächlich dadurch am besten, daß derWein des Morgens bey einem großen Vorrath geistigerLebcnsthätigkeit die noch frischen und lebendigen Gei-steskräfte und Sinne in einer Menge eraltirt, welchedes Abends genossen, keine merkbare Veränderung injenen hervorbringcn könnte. Alle Vorboten dcö Rau-sches , und dieser selbst finden sich alsdann bey denmeisten Menschen weit geschwinder und heftiger ein,und für diejenigen, bey welchen dieses der Fall zuseyn Pflegt, ist gewöhnlich der ganze übrige Tag ver-dorben , indem die jener Aufreizung nachfolgende Ab-spannung die Lust zu allen noch übrigen Geschäften,besonders aber zu geistigen sehr benimmt, und denMenschen in der Regel bald abstumpft, wenn diesesVerfahren längere Zeit fortgesetzt wird. Durch die lsicr-bey Statt findende überreizende Anstrengung der Kör-per- und Scelenkräfte wird denn auch natürlich die