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Der Moselwein als Getränk und Heilmittel : nebst einem Anhange über den Weinhandel an der Mosel
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gen und Gcscblechtsrricb vorwalten, oder Streitsuchtund Jähzorn den, Trunkenen beherrschen, oder dasverborgene Feuer geheimer Leidenschaften, der Ehrsucht,des Hasses, der Rache, Eifersucht u. s. w. hervorbre-chcn. In solchen stürmischen Ausbrüchen der Affccteund Leidenschaften gleicht der Betrunkene dem Krankenim wilden Fiebcrwabnsinn, ja selbst dem Rasenden,wahrend der unschävlicbe Rausch stiller, friedfertigerMenschen dem stillen Fieberdctirium ähnlich erscheint,das noch von liebten Augenblicken unterbrochen wird.In der vollendeten Trunkenheit ist Selbstbcwnßtscyn,Frephcit des Willens und Vernunft gestört und auf-gehoben.

Man kann indessen nicht von dem Charaetcr, denjemand in der Trunkenheit offenb^t, auf seinen Cha-raclcr in der Nüchternheit schließen, denn der Eharac-tcr beruht auf Grundsätzen, und diese sind cs gerade,welche man in der Trunkenheit vergißt. Es zeigt stehhöchstens nur das Temperament *).

Der vollendete Rausch geht früher oder später indie dritte Periode über, in welcher als Nachwirkung,Schlafsucht, Betäubung, zu Zeiten selbst Schlagflußeintritt. In diesem völlig sinn - und bewußtlosen Zu-stande ist die Empfindung und willkührliche Bewegunggänzlich erloschen. Der Berauschte liegt im ticRcnSchlafe, der mit Schnarchen begleitet ist, und nichteltcn von Zuckungen, Erbrechen u. s. w. unte:brochcnwird.

Nach dieser Beschreibung ist der Rausch vom Weineverursacht, ein vorübergehender erkünstelter, dem Fieber

Jakob a. a. O.