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Der Moselwein als Getränk und Heilmittel : nebst einem Anhange über den Weinhandel an der Mosel
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matikcr wird beweglich, der Hagestolz verliebt, der Hy-pochondrist seberzt, der Verzagte wird kühn, der Pro-saist ein Dichter n. s. f.

Die Menschen sind in diesem Zustande angetrun-ken aber noch nicht betrunken, Selbstbewußtscyn undVernunftgebrauch sind nicht aufgehoben, höchstens nurleicht und vorübergehend getrübt. Es gicbt in unsererSprache eine Menge von bekannten Ausdrücken nndbildlichen Andeutungen, um diesen Grad des Rauscheszu bezeichnen, welche Lichtenberg in seinen humo-.ristischc» Schriften größtcntheils zusw uncngestellt hat.

Im höhern Grade des Rausches, der bcy fortge-setztem Genüsse des berauschenden Getränkes (zu Zeitenaber auch ohne denselben und dann aus andern Ursa-chen, wie heftige Körperbewegung und Geschrep bcytobender Lustigkeit, nach plötzlichen, starken Affccten,oder dem Eintritt in eine reine Lust, die mehr Orygcneenthält, wie z. B. beym Austritt aus einem Keller)dem nieder» Grade folgt, finden alle diesem zukommcn-de Wirkungen in einem höhern Grade statt. Der Kör-per wird bcy den Meisten heiß, das Gesicht glühend«roth oder blaß, der Puls voll und geschwind; die Thä-tigkcit der äußern Sinne nimmt ab, es treten leichtTäuschungen der Sinne ein; Gedachtniß und Besin-nung schwinden immer mehr, und mit ihnen wird dasSelbstbewußtscyn je langer je mehr getrübt, und dieVernunft unfähig, dein Anreiz der thierischen Triebe zuwiderstehen, die Gcmüthsbewegungen zu zügeln, oderdem Ausbruche früher verborgener und gebändigter Lei-denschaften einen Damm entgegen zu stellen. Je nachder Eigcnthümlichkeit des Menschen und nach dem ver-schiedenen äußern Anlaß, wird bald Lust am Schwel-