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man sagt, der Moselwein hält sieh lange, so ist stetsdamit gemeint, er behält so lange seine Gähre. Inihr besitzt er ein Vorrecht vor allen seinen Nachbarn,denn wenn gleich der Rhein - und Naywcin ihm anGeist und Feuer überlegen sind, so macht er ihnen dochin der Annehmlichkeit seines Geschmackes gewiß denRang streitig. Dem ächten Moselweine, besondersdem aus Rießlingtrauben gekelterten sind durch seineWährung wenig färbende Stoffe zugethcilt, daher istfeine ihm allein eigenthnmliche Farbe, die ihm haupt-sächlich als vortheilhaftcs Kennzeichen seiner Aechtheitdient, stets die gelblich - oder mehr weißgrünliche, dieaber auch mit den Jahren gesättigter wird. Durch sieund seine Gähre wird jede Verfälschung verhindert,denn sie gehen in dieser zu Grunde. Der verständigeWeinhändlcr sieht daher besonders auf dieses Merkmalseiner Tugend und scheut sich, einen hoher gefärbtenWein zu erhandeln, weil er ihm eine nachtheilige Mi-schuiigsveränderung kund thut. Häufige Kleinbcrgtrau-ben vcrrathcn sich ebenfalls im Moselweine durch einehöhere Färbung und deuten hierdurch ihren geringernGehalt und Haltbarkeit an.
Wichtige Zeugnisse der Haltbarkeit des Moselwei-nes gehen die Gewohnheit mancher holländischen Wein-hänhlcr, bcy Versendungen von Rheinweinen nach Ost-U>rd Wcstindien denselben einen starken Zusatz von Mo-selwein bcyziimischen, weil jener auf dem Meere sonsttrübnch zu werden pflegt. Reine Moselweine, welchein Flaschen gefüllt, die Linie passirt waren, fand manbcy der Rückkehr nach Holland nur unbedeutend in ih-rem Gehalte geschwächt, wogegen man südlichen: Wei-nen , um ihre Haltbarkeit sicherer zu stellen, einen Zu-