282
Tirlemont, einem .1 3 000 Einwohner zählenden Städt-chen bald zurückgelegt. Hier gab es für mich nichtsvon Belang zu sehen.
Die Gegend bietet von Antwerpen bis Lüttichwenig Erfreuendes für das Auge, und die Strassensind südlich von Tirlemont noch schlechter als vonAntwerpen bis hierher. Diese Gründe bestimmtenmich das Radeln für heute aufzugeben und mit demnächsten Zuge nach Lüttich zu fahren, wo ich abendsanlangte. Der Transport eines Rades kostet auf denbelgischen Staatsbahnen für jede beliebige Strecke70 Centimes.
Lüttich, französisch Liege, ist die Hauptstadt derWallonie und zählt 164 500 Einwohner, ln Bezugauf Schönheit der Lage und Anmut der Umgebungkann sich keine grössere Stadt Belgiens mit Lüttichmessen. Die breite Maas scheidet die Stadt in zweiTeile. Grossartige Boulevards und reizende Anlagen,unter denen besonders der Square d’Avroy mithübschen Statuen und einem Denkmale Karls desGrossen, durch seine Schönheit hervorragt, schmückendie Staclt. Sehenswert sind der aus dem XVI. Jahr-hundert stammende Justizpalast, die Kreuzkirche mitdem romanischen Westchor aus dem Jahre 1175,die schöne Kathedrale St. Paul, die Kirchen St. Jacquesund St. Martin, der alte Justizpalast und die Univer-sität. Die Museen enthalten nur wenige Gegenständevon besonderem künstlerischem Werte. Überauslohnend ist der Aufstieg zur Citadelle, die demPublikum zugänglich ist und einen schönen Ausblickauf die Stadt, die grossartigen industriellen Anlagender Umgebung, in das Maas-, Ourthe- und Vesdre-thal gewährt.
Da ich Lüttich nur als eine gute alte Bekanntebegrüsste, brach ich am nächsten Morgen zeitig auf.