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Amsterdam, wegen der zahlreichen Kanäle, diees durcliziehn, das „holländische Venedig“ genannt,liegt an der Mündung der Amstel in das Y oderIJ, eine Bucht der Zuidersee. Die Stadt hat einemwechselvollen, an Kriegen reichen Schicksal imLaufe der Jahrhunderte eiserne Widerstandskraftentgegengesetzt. Nachdem Napoleon I. Holland1806 „als Schwemmland von französischen Flüssen“annektiert hatte, war Amsterdam bis 1813 dieResidenz des Königs Louis Napoleon. Grossartighat sich die Stadt nach der Eröffnung des Nordsee-kanals entwickelt. Dieser Kanal führt von Amster-dam durch Nordholland und mündet bei Helder indie Nordsee; er liegt 2 km nördlich von Amsterdam,3 m tiefer als der Wasserspiegel der Nordsee, ist75 km lang, 40 in breit und 5 — 6 m tief. DerHöllenunterschied wird mittels mächtiger Schleusenunter Nutzbarmachung von Ebbe und Flut desMeeres von den Schiffen überwunden. Die Anlagedes Kanals war notwendig geworden, weil die Zuider-see infolge zunehmender Versandung nur nochweniger grossen Schiffen zugänglich ist.
Die Holländer tragen sich heute mit dem Projektedie Zuidersee, wie es auch mit andern Seen inNordholland geschehen ist, trocken zu legen.
Dies gedenkt man dadurch zu erreichen, dass manin dem nicht tiefen Wasserbecken eine Anzahl wider-standsfähiger, breiter Dämme mit Kanälen errichtet,durch welche die See in mehrere Teile geteilt, beziehungs-weise vom Meere abgeschlossen wird. Das Wasserwird dann durch Hunderte auf den Dämmen zuerbauender Windmühlen und anderer Pumpwerke ausden einzelnen Teilen der See gepumpt, in Kanäle geleitetund dem Meere zugeführt. Auf diese Weise würdeHolland eine neue Provinz von 300000 ha Flächen-