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grossen Reichswaldes und wegen einer Stahlquelle vonvielen Fremden, vorzugsweise Holländern, als Sommer-kurort gewählt. Das Wahrzeichen Cleves ist die aufsteiler Höhe thronende, alte Schwanenburg, das ehe-malige Residenzschloss der Herzoge. Am KleinenMarkte steht ein Denkmal des Schwanenritters, der alsStreiter und Beschützer einer verfolgten Jungfrau derSage nach in Cleve erschienen ist. Durch Wagnerspoesievolle Lohengrindichtung und die dazu gehörigeseelenvolle Musik ist diese Sage in allen Teilen dercivihsierten Welt bekannt geworden. Eine reizendeAnlage ist der Tiergarten, der sich an einer Hügel-kette dahinzieht und schöne Spaziergänge bietet.
Um den Rhein, den ich an seiner Quelle alslustigen, ungestümen Springinsfeld kennen gelernthatte, auch einmal an seiner breitesten Stelle zusehen, fuhr ich am nächsten Morgen au den 9 kmvon Cleve entfernten Strom und liess mich durch dieFähre auf das rechte Ufer, nach Emmerich über-setzen. Ruhig und würdevoll, wie ein hochbetagterGreis, gleitet Vater Rhein mit seiner UngeheuernWasserfülle dem Meere zu. Keine trotzigen Felsen stellensich ihm hier in den Weg, kein kühnaufsteigenderBerg verengt sein Bett, und kein Riff bringt seineFluten in zornige Wallung. Gleichsam müde undtodesmatt schleicht der König aller deutschen Strömenach den zahllosen Wandlungen auf der weiten Reisevom Gotthardgebirge bis hierher, vereint mit seinenGetreuen, den zahlreichen Nebenflüssen, dem Grabe,dem unendlichen Meere zu.
Der Rhein trennt sich mehrere Kilometer untex - -halb Emmerichs in zwei Arme, von denen jeder türsich eine breite, von zahlreichen Dampfern durch-furchte Wasserstrasse bildet.
Emmerich ist eine sehr alte Stadt mit 9000 Ein-