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"weisen. Die Strasse wird von Kempen ab ganz ebenund die Landschaft nimmt allmählich den nieder-ländischen Charakter an. Über Aldekerk und Nieu-kerk ging die Fahrt auf der schönen Strasse weiternach Geldern, und damit war meine Aufgabe fürheute erfüllt. Geldern war früher Hauptstadt desgleichnamigen Herzogtums, hat jedoch in unsernTagen mit seinen 5600 Einwohnern fast gar keineBedeutung mehr.
Am nächsten Morgen fuhr ich bei schönstemWetter nach der 27 km von Geldern entferntenStadt Wesel. Die Strasse führt durch die Böning-hardt und ist eine der schönsten, die ich jemals be-fahren. Die Decke ist von ausgezeichneter Be-schaffenheit und mächtige Bäume spenden aufder ganzen Strecke reichlichen Schatten. Auf derSchiffbrücke überschritt ich den breiten Rhein, in denhier die Lippe mündet, und führ dann in die ehemaligestarke Festung AVesel ein. Die Stadt zählt 21 000Einwohner, hat ein schönes Rathaus und vieleandere interessante Häuser im Stile der Spätgotikaufzuweisen, ln der Nähe des Bahnhofs steht einDenkmal für die elf Offiziere des Schill’schen Corps,die 1809 von den Franzosen an dieser Stelle er-schossen wurden. Die Hauptsehenswürdigkeit vonWesel ist die Willibrodikirche, welche 1424 erbautwurde und vor wenigen Jahren restauriert und fertiggestellt worden ist. Diese Kirche ist das herrlichsteDenkmal der spätgotischen Baukunst am Rheine;besonders hervorzuheben ist die künstlerisch durch-geführte Ornamentik der beiden Giebel. Gegenüber derKirche, auf dem Markte, steht ein schönes Denkmal fürdie im Kriege 1870/71 Gefallenen. A 7 onAVesel fuhr ich10 km auf der Strasse, auf welcher ich hierher gefahren,.zurück und bog dann bei der Kreuzung rechts ab.