233
lichkeit hinweg, da sich mir im weiteren Verlaufeder Reise durch Holland zur Nordsee doch kein der-artiger Naturgenuss mehr bieten würde. Der nächsteOrt ist Barl Neuenahr mit 24 000 Einwohnern undwarmen Quellen, hübschen Anlagen und säubernStrassen. Dann fuhr ich weiter nach Ahrweiler,einem von alten Mauern umgebenen, 4500 Einwohnerzählenden Städtchen mit hübscher gotischer Kirche ausdem XIV. Jahrhundert. Das grossartige, weithin sicht-bare neue Gebäude am Bergabhange jenseits der Ahr istdas vom Architekten Hürth in Aachen erbauteUrsulinen-Kloster Calvarienberg, welches als Mädchenpensionatdient. Einige Kilometer weiterer Fahrt und ich gelangtenach dem berühmten Weinorte Walporzheim. Im„St. Peter“ daselbst, einem guten, vielbesuchten Gasthofe,machte ich aus alter Bekanntschaft die erste grössereRuhepause, denn der köstliche Ahrwein, der hiergarantiert rein verzapft wird, gehört zu den bestenunserer deutschen Marken.
Am Ufer der Ahr entlang führte die schöne,massig steigende Strasse aufwärts an steilen Schiefer-wänden, grünen Rebenhügeln und bewaldeten Berg-abhängen vorbei durch Dernau, Mayschoss undKeimerzhofen nach Altenahr. Auf dieser letztenStrecke, von Walporzheim bis Altenahr, liegen dieGlanzpunkte des reizvollen Thaies. Zu bedauern istjeder Radfahrer, der durch diese Landschaft nichtgefesselt wird und wenigstens ein massiges Tempoanschlügt. Altenahr liegt 159 m hoch, also an-nähernd 100 m höher als Sinzig, der Ausgangspunktdes Ahrthaies. Die Ortschaft hat 760 Einwohnerund darf wohl der von Fremden am meisten besuchteOrt des Ahrthaies genannt werden. Die Natur ent-laltet hier ein Landschaftsbild von hervorragenderSchönheit. Majestätisch steigen gewaltige Berge hoch
Pontzon, Von der Nordsee.
29