Druckschrift 
Von der Nordsee bis zum Mittelmeer : eine Ferienreise auf dem Rade ; Zugleich praktisches Reisehandbuch für Radfahrer
Entstehung
Seite
231
Einzelbild herunterladen
 

<ler an der Sache so unschuldig war, wie ein Sper-ling auf dem Dache. Hatte er das Verbrechen viel-leicht doch ohne Wissen und Willen unter dem Ein-flüsse eines Hypnotiseurs begangen, oder hatte ihmein Kobold, wie er unsichtbar in allen Fächern desSetzerkastens steckt, so übel mitgespielt? Kurz undgut, der Jüngling leugnete im Bewusstsein seinerUnschuld. Da kam er aber bei dem Herrn Professorschlecht an, und die Angelegenheit bedeutete einenKrieg zwischen den ungleichen Gegnern. Fast tag-täglich wurde der Junge von jetzt ab gefragt, ob erden Accent nach der Korrektur gemacht habe odernicht, und so gings Wochen lang fort. Eines Tagesnun standen die Schüler am Vorabende einer er-habenen religiösen Feier. Leise trat der Herr Pro-fessor an den verstockten, jugendlichen Sünder heranund fragte ihn in eindringlichem Tone:Weisst duauch, was du morgen thust?Ja! sprach der Schülermit festem Blicke.Dann bekenne deine Schuld, ge-stehe, dass du den Accent nachträglich gemachthast! fuhr der Gestrenge fort. In der ganzenKlasse herrschte lautlose Stille, niemand wagte selbstden leisesten Flüsterton von sich zu geben. DerSchüler, dem die Sache auf die Dauer fast unerträg-lich geworden war, schwieg in seinem Groll.Triumphierend sprach jetzt der Herr Professor zurgesamten Klasse:Seht ihr, seht ihr, er kämpft mitsich! Darauf wiederum gewitterschwüle Ruhe, bisschliesslich der böse Knabe nochmals leugnete undbestimmten Tones ein für allemal erklärte, dass ihmUnrecht geschähe. Im Brusttöne der Überzeugungentquollen darauf aus des Lehrers Munde die Worte:Der böse Geist, Satan, hat ihn besiegt!

Das war der Schluss des Dramas, über welchesspäter nach langen Jahren in den beteiligten Kreisen