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nahm ich unter solchen Umständen gerne mit inden Kauf. Glücklich schätzte icli mich aber amnächsten Tage, als ich in heiterem Freundeskreiseunter gastlichem Dache weilen durfte, während esdraussen ununterbrochen in Strömen regnete. DasBarometer stand so tief, dass besseres Wetter in dennächsten Tagen kaum zu erwarten war; ein um sogrösserer Segen war es deshalb, dass ich besondersdas Engadin hinter mir hatte. Glück muss derMensch halten, und besonders der Radler ist heigrösseren Touren auf ein freundliches Angesicht derSchicksalsgöttin angewiesen. Trifft ihn das Miss-geschick, dann hat er viel mehr darunter zu leidenals der Eisenhahnreisende. Schöne Rosen habenmeist scharfe Dornen; der Radfahrer hat mein'Genuss von einer Reise und ist dafür, wie es mitso vielem in der Welt geht, auch' grösseren Misshellig-keiten ausgesetzt.
Dies war denn heute das rechte Wetter, um michin der mir liebgewordenen alten Gallusstadt, woich früher längere Zeit geweilt, noch einmal so rechtheimisch zu fühlen. Freundliche Bilder aus ver-rauschten Tagen, schöne Erinnerungen an traute,längst entronnene Zeiten, jasminduftende Frühlings-nächte und zaubervolle Sommerabende, die ich dortdurchkostet, zogen an meinem geistigen Auge vorüber.Waren es die unvergesslichen Tage in den blauenBergen des St, Galler Landes, war es das Rauschender duftigen Tannenwälder, waren es die sonnigenStunden auf den silbernen Wellen des Bodensees,waren es die schönen Ausflüge in die Lenzesprachtdes blütenreichen Thurgaues oder waren es die herr-lichen Abende in heiterem Kreise, im Banne der Musikund des Gesanges, deren Zauber mich hier mit magischer■Gewalt umfangen hielt? Ich weiss es nicht, lange