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Von der Nordsee bis zum Mittelmeer : eine Ferienreise auf dem Rade ; Zugleich praktisches Reisehandbuch für Radfahrer
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geringsten beeilt hätte, war die Post eine ganzeStunde hinter mir zurückgeblieben.

Das Engadin oder Innthal, welches bei Malojaseinen Anfang nimmt, gehört zum schweizerischenKanton Graubünden; die Landessprache ist dasRomanische, ein Gemisch aus dem alten romanischenund dem germanischen Sprachstamme. Während imBergell nur italienisch gesprochen wird, kann mansich hier wieder der deutschen Sprache bedienen, dadie Ilomanen fast alle deutsch verstehen. DieseErscheinung rührt daher, dass der Unterricht in denersten Schuljahren in romanischer und in den späterenin deutscher Sprache abgehalten wird.

Das Engadin ist während der Sommermonatemit Fremden überschwemmt, d. h. aber nur solangedas Wetter gut bleibt; tritt kühlere Witterung oderSchneefall ein, was sogar im August sehr oft verkommt,so ist der Schwarm der Fremden ebenso schnell, wieer gekommen, zerstoben. Die Temperatur beträgtim Sommer durchschnittlich 15° Wärme und imWinter erreicht sie 25 bis 35° Kälte.Neun MonateWinter und _drei Monate kalt sagt der Engadinermit etwas Übertreibung von seiner Heimat. DieThalsohle des oberen Inntbales ist mit saftigen,blumigen Weiden bedeckt. An den Bergabhängenziehen sich ausgedehnte Lärchen- und Arvenwälderdahin; die Arve ist dieCeder der Alpen, sie wächstin grösseren Wäldern nur noch in den Pyrenäen undin Russland. Auf der Höhe des Maloja-Passes, desniedrigsten der Alpenpässe, welche die Schweiz mitItalien verbinden, liegt weithin sichtbar das schöneSchloss des Grafen Renesse. In der Nähe desselbenbefindet sich das grossartige Hotel Kursaal-Maloja,in dem ganze Pension unter 1215 Francs pro Tagnicht zu haben ist. Eine Fülle der schönsten Berg-