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hübscher Kirche und ansehnlicher Schlossruine. Hiertrank ich zum ersten Male in Italien am Orte selbstgebrautes, ganz vorzügliches Bier. Nach allen Seitenist die Stadt von mächtigen Bergen eingeschlossen,die nach keiner Bichtung hin freien Ausblick ge-währen. Nachdem ich gegen neun Uhr zu Abendgegessen, merkte ich doch, dass ich müde war, denndie beute zurückgelegte Strecke betrug mehr als100 km bei ansteigendem Terrain; die Schmerzenam Knie hatten nicht wenig zu dieser Ermüdungbeigetragen. Trotzdem musste ich aber mein Badnoch reinigen, ölen und auf seinen Zustand prüfen,denn morgen und in den nächsten Tagen galt esfür die Maschine einen schweren Strauss bestehen.Wenn sie dann bei der Thalfahrt von den fast immermit Schnee bedeckten Pässen ihre Schuldigkeit nichttliat, konnte es mir übel ergehen, mein Leben standdabei auf dem Spiele. Aber mehr als vorsichtigsein, und auf den Zustand der Maschine achten,konnte ich nicht. Ich hatte Vertrauen zu meinemin Sturm und Drang erprobten Dürkopp, denn erhatte mich bis hierher ohne Unbotmässigkeit getreulichgetragen, und ich setzte meine Hoffnung auch fürdie nächsten Tage mit aller Zuversicht auf seineLeistungsfähigkeit.
Die Eisenbahn reicht nur bis Chiavenna, imEngadin giebt es keine, und ich hätte bei einerernsten Funktionsstörung an dem Vehikel in diesemHochthale entweder annähernd 150 km zu Fussegehen oder die sehr kostspielige Post benutzenmüssen, welche übrigens keine Fahrräder mitnimmt.Ferner musste ich mit dein Wetter rechnen, auf dases bei solchen Bergpartien ganz besonders ankommt.Bei schlechter Witterung wäre der Aufstieg insEngadin überhaupt ein Unding gewesen, weil man