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Von der Nordsee bis zum Mittelmeer : eine Ferienreise auf dem Rade ; Zugleich praktisches Reisehandbuch für Radfahrer
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zu entrichten und meine Maschine plombieren zulassen. Ich halte in Deutschland gehört, dass dieItaliener in Gold hinterlegte Deposita gelegentlichmit dem minderwertigen Papiergeld zurückzuerstatten,versucht hätten. Dm dieser Eventualität zu begegnen,hatte, ich in der Schweiz einige 50-Lire-Noten ge-kauft und wollte damit 'den Zoll bezahlen. Da hatteich aber wieder einmal die Rechnung ohne den Wirtgemacht, es wurde mir bedeutet, die Zollsumme müssein dem innerhalb der lateinischen Münzkonventionkursierenden Golde 1 , hinterlegt werden, da nach denneuesten .Bestimmungen die Zahlung in Papier nichtmein- zulässig sei. Nun, dagegen liess sich nichtsmachen; ich legte blanke 1 17 Lire auf den Tisch desHauses, erhielt den Zollschein, eine, allerliebste Plombeund zog alsdann vergnügt von dannen.

Was mich bei den widerlichen, zeitraubendenZollplackereien angenehm berührte, war die exquisiteHöflichkeit, mit der mir die italienischen Beamtenentgegen kamen. Weniger eihaut war ich aber davon,dass man hier nur einige Worte Deutsch und Fran-zösich verstand, und ich mich mit meinem gebrochenenItalienisch durcharbeiten musste, so gut es eben ging.Man behauptet in Deutschland sehr oft, dass dieKenntnis der italienischen oder französischen Sprachefür eine .Reise durch Italien gar nicht erforderlichsei, da man daselbst mit Deutsch allein recht gutdurchkomme. Diese Behauptung halte ich für absolut,unzutreffend, sobald der Badfahrer dabei in Betrachtkommt. Die deutschen Italienreisenden, die inden Hotels der grossen Städte absteigen, können sichihrer Muttersprache unbehindert bedienen, man wirdsie in Restaurants und grossen Geschäften verstehen.Der Radler aber, der auf die Landstrasse angewiesenist, der trotz seiner Karten und Pläne mitunter nachPontzen, Von der Nordsoo. 15