Schwüle, besonders in der Mitte desselben. MitSpannung sah ich dem Ende des Tunnels entgegen,wo doch gewiss die Sonne wieder in vollem Glanzeerstrahlen würde. Ich hatte so manches Mal von.Heisenden gehört, dass sie beim Verlassen desselbenin Airolo das herrlichste Wetter angetroffen hätten,während die Fahrt durch die Schweiz bis Gesehenenvon stetem Regen begleitet gewesen war. Endlichwurde es lieber, und plötzlich schoss der Zug ausdem Felsenbau hervor. Aber meine Enttäuschungwar gross, denn statt in den erwarteten Sonnenscheinhineinzufahren, war ich dem fürchterlichsten Platzregen,einem Gewitter von elementarer Gewalt entgegen-gegangen. Durch das Abholen meiner Maschine amPackwagen des Zuges war ich fast ganz durchnässtworden und sass in diesem Zustande mehr als eineStunde im Bahnhofsgebäude, um die Beruhigung deserregten Kampfes der Naturgewalten und das Endedes Regens abzuwarten.
Seit langen Jahren hatte ich ein so heftigesGewitter nicht mehr erlebt; prasselnd stürzte derRegen mit Schnee und Hagel durchsetzt, zur Erde,unaufhörlich zuckten grelle Blitze an der Südseitedes Sauet Gotthard hernieder, furchtbar rollte derDonner und erzeugte an den schroffen Felswändenein tausendfältiges Echo. Welcher Gegensatz zwischendem heutigen herrlichen Sonnenaufgänge auf demRigi und dem schaurig-schönen Schauspiele diesesGewitters: dort eine anmutige Symphonie im StileHaydns, hier das derbe Colorit eines unserer modernenTonphänomene.
Als endlich der Klang der Abendglocke traulichdurch die Lüfte schallte, und das Gewitter, ohneSchaden angerichtet zu haben, einer friedlichen StillePlatz gemacht hatte, ging ich in das unweit des