89
ein Stündchen gemütlich beim Weine verplauderte.Aber heilte liiess es für mich noch ein. gutesStück Arbeit bewältigen, da ich einer Abmachunggemäss von einem Freunde in Luzern am Abenderwartet wurde. Es war bereits drei Ehr nachmittags,und die Weiterfahrt in diesem Wetter zählte keines-wegs zn den Annehmlichkeiten einer Radtour. Aber,ein Mann, ein Wort, nach Luzern musste ich, mochtees kosten, was es wollte.
Mein .Rad an der Hand führend, stieg ich langsamdie Brünigstrasse hinan, welche von Brienz nachSarnen führt und 30 km lang ist. Dieselbe ist be-sonders nach der Brienzer Seite hin sehr steil undfür den zu Thal fahrenden Radler gefährlich, dabeiaber ziemlich gut gedeckt. Bald kam ich nachBrienzwyler und mit einem letzten Blick auf dasAarethal und den See bog ich auf einem Seitenpfadein den schönen Hochwald hinein und gelangte nachungefähr zweistündiger Wanderung auf der Passhöhevon 1004 in, am Hotel Briuiig-Kulm, an. Dort erholteich mich ein wenig und suchte mich zu erwärmen,da hier oben eine empfindliche Kälte herrschte undmeine Kleider in dem Regen und Nebel völligdurchnässt worden waren.
Als ich wieder aufbrach, hatte das Wetter sichgebessert, die Wolken, die mich mehr als eine Stundeumgeben hatten, zerteilten sich und vom klaren, blauenHimmel blickte die Sonne wiederum freundlich undwarm hernieder. Die Thalfahrt auf der nassen,schlüpferigen Strasse war sehr gefährlich, und ichmusste besonders an den Kurven ganz langsam undvorsichtig fahren.
Über das plötzlich auf der Passhöhe ein getreteneschöne Wetter freute ich mich, aber man muss im Gebirgeimmer damit rechnen, in einer Stunde im schönsten
Pontzen, Von der Nordsee. 11